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Klassenzusammensetzung: gleichmäßige Verteilung von Migrantenkindern?


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Thomas Nolting
Stand: 02.10.2013

SchulrechtSchulen dürfen deutsche und nicht-deutsche Schüler nach eigenem Ermessen in die Klassen aufteilen

Schüler von Berliner Schulen haben keinen Anspruch auf eine bestimmte Klassenzusammensetzung aus Schülern deutscher und ausländischer Herkunft. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (Az. VG 3 K 271.12).

Drei Schüler mit Migrationshintergrund hatten das Probejahr auf einem Berliner Gymnasium aufgrund mangelhafter Leistungen in bis zu neun Fächern nicht bestanden. Da sie nicht auf das Gymnasium zurückkehren wollten, hatten sie auch keinen Rechtsschutz beantragt. Mit der angestrebten Klage wollten sie nur anerkennen lassen, dass das Sitzenbleiben rechtswidrig war, da die Klasse einen viel zu hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund aufgewiesen habe. In der Klasse der Kläger habe der Anteil von Migrantenkindern 63 Prozent betragen. In einer Parallelklasse dagegen habe dieser Anteil an nur 13 Prozent betragen. Dies würde eine eindeutige Diskriminierung darstellen, weshalb die Schüler nach Meinung der Eltern in die nächste Jahrgangsstufe hätten versetzt werden müssen.

Die Richter haben die Klage der Eltern abgewiesen. Das Schulgesetz schreibe zwar vor, dass Schulen sich verpflichten, Schüler deutscher und ausländischer Herkunft zusammen zu unterrichten, allerdings gebe es keine Vorschrift über eine gleichmäßige Verteilung von Migrantenkindern. „Das Gericht sah in der Verteilung keine Diskriminierung seitens der Schule. Die schlechten Noten waren dann doch eher auf die schulischen Leistungen der Schüler zurückzuführen“, erklärt Rechtsanwalt Thomas Nolting. Dafür spreche auch die Tatsache, dass in einer Parallelklasse, die einen ähnlich hohen Anteil an Migrantenkindern aufgewiesen hat, nur ein Schüler die Probezeit nicht bestanden hat.

Bild: pppspics/flickr/cc-by

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