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Eltern dürfen Schulverweigerung ihres Kindes nicht akzeptieren

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Jetta Kasper
Stand: 28.08.2013

Spielen Kinder lieber daheim als in die Schule zu gehen, kann das Jugendamt eingreifen

Nicht immer hat ein Kind große Lust, in die Schule zu gehen. Nehmen die Eltern das aber hin und schicken es dennoch nicht in die Schule, so hat das Jugendamt das Recht einzugreifen und übernimmt die Regelung der schulischen Angelegenheiten des Kindes. Das hat nun das Oberlandesgericht Hamm in einem Beschluss bestätigt (Az. 8 UF 75/12).

Bereits in der ersten Klasse der Grundschule fehlte ein Junge an über 40 Tagen. Die kommenden Jahre wechselte er mehrmals die Schule und blieb auch dort immer nur wenige Tage. Letztlich scheiterte ein Versuch, das Kind von Lehrern zu Hause unterrichten zu lassen. Die Eltern hatten es bislang stets abgelehnt, den Jungen gegen seinen Willen auf eine Schule zu schicken. Daher wurde er von seiner Mutter unterrichtet, die Informatikerin ist. Das Kind verfügt daher auch über einen Wissensstand, der seinem Alter entspricht.

Dennoch ist der nun Elfjährige damit nicht von der Schulpflicht ausgenommen, stellt nun das Oberlandesgericht Hamm klar. Da die Eltern die Schulverweigerung des Kindes hinnehmen, überträgt das Gericht dem Jugendamt das Recht zur Regelung der schulischen Angelegenheiten. Dabei sah das Gericht davon ab, den Jungen aus der Familie heraus zu holen. Um das auch in Zukunft vermeiden zu können, hätten nun die Eltern umso mehr dafür zu sorgen, dass der Junge in die Schule geht. Trotz seiner altersgerechten Entwicklung sei das Kindeswohl gefährdet, davon ist der angehörte Sachverständige überzeugt. Grenzen, Regeln und Pflichten seien dem Jungen fremd, so sein Gutachten. Trotz höherer Bildung könne die Mutter ihrem Sohn nicht den Unterricht einer weiterführenden Schule bieten.

„Letztlich dient der Schulbesuch auch der sozialen Entwicklung eines Kindes. Die Schulpflicht hat auch den Sinn und Zweck, die Kinder im Gemeinschaftsleben zu erziehen“, erklärt Rechtsanwältin Jetta Kasper.

Bild: flickingerbrad/flickr.com/cc-by

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