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Nach einer Reisewarnung ist Eile für den Rückflug angesagt


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Dr. Sonja Tiedtke, LL.M.
Stand: 21.08.2013

Frage: Müssen die Veranstalter von Ägyptenreisen die Urlauber vor Ort jetzt nach einer Warnung des Auswärtigen Amtes ausfliegen? Wie viel Zeit haben sie dafür? Kann z. B. eine abgeschlossene Reisekrankenversicherung ungültig werden?

Antwort: Gibt das Auswärtige Amt eine offizielle Reisewarnung für das Urlaubsland aus, in dem Sie sich befinden, können Sie als Pauschalurlauber die Reise sofort abbrechen und die sofortige Heimreise verlangen. Das kostet Sie nichts zusätzlich, Sie bekommen aber nicht den Preis der gesamten Reise von Ihrem Reiseveranstalter zurückerstattet - schließlich haben Sie ja schon einen Teil der gebuchten und bezahlten Reise genossen. Wenn Sie Ihre Entscheidung allerdings hinauszögern, also bereits von der Warnung wissen, ohne eine Stornierung zu verlangen, setzen Sie die Reise auf eigene Gefahr fort und haben aus rechtlicher Sicht bei einem späteren, dann meist überstürzten und besonders teuren Reiseabbruch keinen Anspruch mehr auf eine Rückerstattung irgendwelcher Zusatzkosten. Zumindest theoretisch. In der Praxis werden sich die Reiseveranstalter sicherlich schon mit Blick auf ihr Image weniger inkulant verhalten.

Ähnlich steht es um die Reisekrankenversicherung. Sie ist ja meist auf einige Wochen und nur eine bestimmte Anzahl von Fahrten pro Jahr beschränkt, bezieht sich in der Regel aber nicht auf eine konkrete Reise. Wann Sie davon Gebrauch machen oder nicht und inwieweit Sie die gesamte vereinbarte Versicherungsfrist nutzen, ist dann Ihre eigene Entscheidung und damit Ihr eigenes Risiko. Brechen Sie also die Reise schon nach zwei Tagen ab, kann der zusätzliche Kranken-Versicherungsschutz damit abgelaufen sein und Sie dürfen - rein formell - ihn jetzt nicht mehr für eine weitere Ersatzreise einsetzen. Allerdings werden die meisten Versicherer da wohl auch mit sich reden lassen. Und sollte Ihnen die Versicherung in einem Pauschalpaket zusammen mit der Reise selbst angeboten worden sein, dürften Sie sogar bei der gerichtlichen Durchsetzung Ihres „Verlängerungs“- Anspruchs gar nicht so schlechte Karten haben. Ob sich der finanzielle und nervliche Aufwand dafür bei den vergleichsweise billigen Policen aber wirklich lohnt, ist zu bezweifeln. Es auf eine „eigenmächtige“ Verlängerung ankommen zu lassen, sollte man jedoch nicht tun. „Denn tritt ein extrem teurer Versicherungsfall im Ausland ein, dürfte der Versicherer in Abwägung des Schadens eher geneigt sein, den Schwarzen Peter wieder loszuwerden“, erklärt Rechtsanwältin Dr. Sonja Tiedtke.

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