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Schlechte Hochzeitsfotos

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Jetta Kasper
Stand: 20.08.2013

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, insbesondere natürlich bei Werken der Kunst. Ob allerdings auch Hochzeitsfotos dazu gehören, ist fraglich. Schließlich handelt es sich dabei eher um das Produkt einer Alltagsdienstleistung. Und die wird in der Regel nach Mengenkriterien abgerechnet. Wer allerdings eine besondere Qualität will, der bestellt und bezahlt ausdrücklich Meisterstunden statt eines profanen Gesellen oder gar nur Auszubildenden. Und wenn sich der Chef dann doch vertreten lässt, ist natürlich eine geringere Rechnung als ursprünglich vereinbart fällig. Darauf hat das Amtsgericht Hannover bestanden (Az. 412 C 4005/13).

In der Auseinandersetzung ging es um Hochzeitsfotos, die dem abgelichteten Paar und seinen Gästen schließlich nicht gefielen. Vereinbart gewesen war ein sogenanntes "Basispaket 3", bei dem für pauschale 799 Euro laut Vertrag ausdrücklich ein "ausgebildeter Fotograf" die Bilder an 3 Orten machen sollte: bei der offiziellen Eheschließung, der eigentlichen Hochzeitsfeier und schließlich nur mit dem Paar vor einem selbst gewählten Hintergrund.

Zu den Aufnahmen kam dann allerdings nur eine Praktikantin. Und die verpasste nicht nur die kirchliche Trauung, sondern schoss auch sonst nur Fotos, die den Auftraggebern "nicht ausreichend gut" waren. Weshalb sie das vereinbarte Salär bei Aushändigung der Bilder auf ganze 150 Euro kürzten.

Und das zu Recht, wie das Gericht entschied. "Mehr Entgelt sei nicht fällig gewesen, weil sämtliche Fotos entgegen dem ausdrücklichen Leistungsversprechen nur von einem Nichtfachmann gemacht wurden", erklärt Rechtsanwältin Jetta Kasper den Richterspruch. Bei einer faktisch von einem Laien erbrachten Leistung ist jedenfalls nicht davon auszugehen, dass wenigstens eine mittlere Art und Güte erreicht wird, wie sie der Kunde bei seiner Beauftragung eines Profis in der Regel erwarten darf.

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