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Vorher-Nachher-Bilder in Patientenzeitschrift erlaubt

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Carsten Dreier
Stand: 12.07.2013

Werbeverbot
Bitte lächeln - Vorher-Nachher-Bilder verstoßen nicht mehr gegen das Heilmittelwerbegesetz

Vorher-Nachher-Bilder sind nur als Verstoß gegen das Heilmittelwerberecht anzusehen, wenn sie missbräuchliche, abstoßende oder irreführende Veränderungen des menschlichen Körpers aufgrund von Schädigungen zeigen. Das hat das Oberlandesgericht Celle entschieden (Az. 13 U 160/12).

Im vorliegenden Fall ging es unter anderem um die Bewertung von Bildern, welche in einer Patientenzeitschrift von Zahnärzten abgebildet sind. Der Beitrag, in dem die Bilder auftauchen, erzählt die Geschichte einer Frau, welche den Zahnarzt lange Zeit gemieden hat. Durch neue Lebensumstände fasste sie laut dem Artikel „neuen Mut“ und lies sich ihr Gebiss sanieren. Eine Abbildung zeigt dabei den geöffneten Mund der Patientin. „Jahrelange Vernachlässigung zerstört die Zähne und Zahlfleisch“, beschreibt die Bildunterschrift. Auf einer weiteren Abbildung lächelt die Frau mit ihrem restauriertem Gebiss. Die Beschreibung für dieses Bild: „Nach der Behandlung: Starke Zähne und eine strahlende Patientin“.

2012 wurde die Zahnarztpraxis, welche für die Patientenzeitschrift verantwortlich ist, vom Landgericht Verden zur Unterlassung verurteilt, da die verwendete Darstellung damals gesetzlich verboten war. Nachdem sich aber im Oktober desselben Jahres das Heilmittelwerbegesetz änderte, entschied das Oberlandesgericht Celle jetzt, dass die Abbildungen nicht mehr gegen geltendes Recht verstoßen.

Bei den Patientenbildern handele es sich um keine verbotene Werbung, da man der Werbeaussage deutlich entnehmen kann, dass die Behandlung medizinisch notwendig war und nicht aufgrund einer chirurgisch-plastischen Entscheidung durchgeführt wurde. „Außerdem werden keine abstoßenden, missbräuchlichen oder irreführenden Veränderungen des menschlichen Körpers gezeigt, daher ist die Darstellung nach dem veränderten Gesetz auch erlaubt“, erklärt Rechtsanwalt Carsten Dreier. Das Gericht ist der Meinung, dass die Bilder sich „noch im Bereich des Erträglichen“ befinden.

Bildquelle: Dave Mello/flickr/cc-by

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