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Wer haftet bei Überspannungsschäden?

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Jetta Kasper
Stand: 02.07.2013

Ein Stromversorger ist zwar verpflichtet, sein Netz sicher zu betreiben und zu warten. Aber nur in dem Maße, wie das wirtschaftlich zumutbar ist. Von ihm kann nicht verlangt werden, seine erdverlegten Kabel in regelmäßigen Zeitabständen nur prophylaktisch zu kontrollieren. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az. 11 U 145/12).

Auf einem Hausgrundstück in Minden war es zu einem Stromschlag gekommen, ausgelöst durch eine so genannte „Nullleiterunterbrechung“. Die hatte, wie sich dann herausstellte, ihre Ursache in einer offenbar schon vor 20 Jahren (!) erfolgten Beschädigung des auf dem Anwesen verlegten Niederspannungskabel. Die Bewohner des Hauses verlangten nun vom Energieversorger, die angefallenen Reparaturkosten in Höhe von rund 4.500 Euro zu übernehmen. Schließlich habe er das von ihm betriebene Stromnetz unzureichend kontrolliert und gewartet.

Was die Richter allerdings verneinten. Man könne dem Betreiber von Energieversorgungsnetzen nicht zumuten, alle erdverlegten Kabel ohne konkreten Anlass beständig zu inspizieren. "Ein Freilegen der Kabel zum Zwecke ihrer rein prophylaktischen Kontrolle ist wirtschaftlich nicht zumutbar", erklärt Rechtsanwältin Jetta Kasper den inzwischen rechtskräftigen Beschluss.

Auch hätte der Stromlieferant seine Kunden nicht über die konkret erforderlichen Sicherungsmaßnahmen informieren müssen. Denn die Art der notwendigen Maßnahmen sei viel zu unterschiedlich und hänge von den beim jeweiligen Kunden vorhandenen technischen Geräten ab. In allgemeiner Kenntnis der Gefahrenlage sind Hausbesitzer jedenfalls selbst verpflichtet, auf eigene Kosten einen entsprechenden Überspannungsschutz zu installieren.

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