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Fitness-Studio: Kündigung bei Missachtung von Kopfbedeckungsverbot

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Petra Nieweg
Stand: 01.07.2013

Vertragsverletzung
Sport-Studios dürfen Kopfbedeckungen aus Sicherheitsgründen verbieten

Wird das Tragen einer Kopfbedeckung in den allgemeinen Geschäfts- und Nutzungsbedingungen eines Fitnessstudios untersagt, ist eine Kündigung der Mitgliedschaft rechtens, wenn sich Mitglieder nicht an das Verbot halten. Das hat das Landgericht Bremen in einem Urteil entschieden (Az. 4 S 89/12).

Das besagte Fitnessstudio hat in den Geschäftsbedingungen festgehalten, dass während des Trainings Kopfbedeckungen und Schmuck zu entfernen sind. Eine Frau bestand aber aus religiösen Gründen auf ihr Kopftuch und trainierte deswegen mit der Kopfbedeckung. Die Studiobetreiberin fürchtete, dass sich das Kopftuch der Frau in den Geräten verfangen könnte, und untersagte ihr das Tragen der Kopfbedeckung. Daraufhin gerieten beide Parteien in einen Streit und die Fitnessstudio-Betreiberin kündigte der Frau die Mitgliedschaft. Die Gekündigte verklagte das Fitnessstudio, da ihrer Meinung nach gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstoßen wurde, und forderte von der Sportstudio-Betreiberin 2.500 Euro Schmerzensgeld.

Der Fall wurde zunächst vor dem Amtsgericht Bremen-Blumenthal verhandelt, welches die Klage abgewiesen hat. Die Klägerin ging daraufhin in Berufung. Aber auch das Landgericht Bremen vertritt die Auffassung, dass das Fitnessstudio die Kopftuchträgerin nicht diskriminiert hat und ihr somit auch kein Schmerzensgeld zusteht. Die Richter haben die Aussage der Fitnessstudio-Betreiberin berücksichtigt, welche der Meinung war, dass sich Kopfbedeckung samt Haaren in den Roll- und Hebemechanismen der Sportgeräte verfangen und somit zu Verletzungen führen kann. „Das Verbot des Kopftuches hatte hier keinen religiösen Hintergrund, sondern sollte lediglich die Sicherheit des Mitglieds gewährleisten“, so Rechtsanwältin Petra Nieweg.

Bildquelle: KassandraBay/flickr/cc-by

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