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Radkollision: Auffahrender Triathlet haftet nicht

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Alexandra Wimmer
Stand: 25.06.2013

Wer ohne sein Verschulden in eine Gefahrenlage gerät, hat für die Folgen eines daraus resultierenden Unfalls keine Mithaftung zu tragen, wenn er in der für ihn nicht voraussehbaren Situation keine Zeit zum ruhigen Überlegen hatte. Insbesondere auch dann, wenn er offenbar nicht das Richtige und Sachgemäße unternimmt, um den Unfall zu verhüten, weil er aus verständlicher Bestürzung objektiv falsch reagiert. Darauf hat das Oberlandesgericht München bestanden (Az. 10 U 3820/12).

Geklagt hatte eine Frau, mit deren Rad ein Triathlonfahrer zusammengestoßen war. Sie wollte mit ihrem dicht vor ihr radelnden Mann nach links abbiegen, ohne aber dass weder er noch sie ein Handzeichen gaben. Der hinter ihnen herankommende Triathlonfahrer war da gerade in Höhe der Frau und setzte links zum Überholen an. Dem unerwartet abbiegenden Ehemann konnte er zwar noch durch ein Lenkmanöver nach rechts ausweichen, stieß dabei aber ungebremst mit der Frau dahinter zusammen, wodurch diese zu Sturz kam und sich schwer verletzte. Sie verlangte nun Schadensersatz und Schmerzensgeld. Schließlich hätte das Triathlonrad auf das Abbiegen ihres Ehemannes hin einfach bremsen müssen und so den Zusammenstoß mit ihr vermeiden können.

Dem widersprach das Gericht. Es ist davon auszugehen, dass der Mann mit seinem Triathlonrad auf das unerwartete Abbiegemanöver der verunglückten Frau nicht mehr unfallverhütend reagieren konnte. "Der gerichtliche Gutachter kam nämlich mit seinen Berechnungen zu dem Ergebnis, dass der Unfall auch durch eine Vollbremsung des Triathleten keinesfalls zu vermeiden war, wenn das Radlerpaar annähernd gleichzeitig abgebogen sei - und genau das war offenbar der Fall", erklärt Rechtsanwältin Alexandra Wimmer. Zumindest ergebe sich das aus den eigenen Angaben der Frau hinsichtlich des geringen Abstandes zu dem Rad ihres Mannes vor ihr.

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