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Eingeklemmter Daumen in automatischer Tür - kein Schmerzensgeld

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Wolfgang Surhoff
Stand: 26.06.2013

Verkehrssicherungspflicht
Eltern sollten ihre Kinder beim Spielen mit Automatiktüren beaufsichtigen

Klemmt man sich den Daumen in einer automatischen Tür ein, kann kein Schadensersatz geltend gemacht werden, wenn die Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt wurde. Das hat das Amtsgericht München entschieden (Az. 224 C 27993/12).

Der Sachverhalt: Ein Ehepaar war mit ihrer vierjährigen Tochter in einem Sozialbürgerhaus in München um Dokumente abzuholen. Die Tochter spielte mit der automatischen Eingangstür und klemmte sich dabei ihren Daumen an der Scharnierseite ein. Sie brach sich den Daumen und musste drei Wochen lang einen Gips tragen. Die Eltern behaupteten, dass die zuständigen Beamten ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt haben, und verklagten die Stadt auf 1.500 Euro Schmerzensgeld. Zudem soll die Sensorik das Mädchen nicht erfasst haben. Ein Mitarbeiter der städtischen Einrichtung wehrte sich und meinte, dass dieser die Eltern zweimal darauf aufmerksam gemacht hat, auf die Tochter aufzupassen. Auch technisch sei mit der automatischen Tür alles in Ordnung, da sie regelmäßig gewartet wird.

Das Gericht hat die Klage der Eltern abgewiesen, da die Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt worden ist. Nur wenn „unerwartet atypische Funktionen vorliegen“, könne von einer Pflichtverletzung die Rede sein. In diesem Fall habe die Tür aber ordnungsgemäß funktioniert. Die Beweisaufnahme habe ergeben, dass die Tür auch kleinere Personen erkennt. Die Behauptung der Eltern, dass die Sensorik auf kleinere Menschen nicht reagiert wurde somit widerlegt. „Nicht nur technisch hat die Stadt alle nötigen und zumutbaren Maßnahmen ergriffen, um Besucher vor Gefahren zu schützen. Auch die Aufforderung des Mitarbeiters an die Eltern hat die Beklagte entlastet und somit zur Abweisung der Klage geführt“, erklärt Rechtsanwalt Wolfgang Surhoff.

Bildquelle: nicolasnova/flickr/cc-by

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