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Stutenhalterin haftet nicht für Verletzungen am Hengst


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 20.06.2013

Pferd DeckungEin Hengst kann beim Decken von der Stute schwer verletzt werden

Tritt eine Stute nach einer Paarung den Hengst und verletzt ihn dabei so schwer, dass dieser eingeschläfert werden muss, kann die Eigentümerin des austretenden Pferdes nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn der Hengstbesitzer nicht auf übliche Sicherheitsvorkehrungen bestanden hatte. Das hat der 3. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Koblenz entschieden und wies damit die Forderungen nach Schadensersatz zurück (Az. 3 U 1486/12).

Die Pferdebesitzer vereinbarten, dass der Araberhengst der Klägerin die Stute der Beklagten auf natürliche Weise decken sollte. Auf eine künstliche Befruchtung wollten beide Parteien verzichten, ebenso wie auf eine Sicherung der Stute mittels Spanngurten oder etwa einer Verpaarung im Probierstand. Als der Hengst nach der Paarung wieder auf dem Boden landete, trat die Stute nach hinten aus und verletzte ihn am rechten Vorderbein schwer. Der Hengst erlitt dadurch einen nicht operablen Trümmerbruch und musste noch am selben Tag eingeschläfert werden.

Nach Ansicht der Hengstbesitzerin haftet die Eigentümerin der Stute für den schweren Tritt und forderte Schadenersatz in Höhe von 25.000 Euro, was dem Wert des Pferdes entsprach. Die Stutenhalterin entgegnete, dass die Klägerin auf jegliche Maßnahme, die ihr Tier vor Verletzungen hätte schützen können, verzichtet hätte. Sie trage daher eine Mitschuld und könne keinen Schadensersatzanspruch geltend machen.

Sowohl die erste Instanz, das Landgericht, als auch das Oberlandesgericht folgte der Argumentation der Beklagten. Beide Male hatte die Klage daher kein Erfolg. Die Richter sind davon überzeugt, dass ein Austreten nach der Paarung ein natürliches Verhalten der Stute war, womit die Pferdebesitzerinnen hätten rechnen müssen. „Ein Pferdetritt ist zwar eine typische Tiergefahr, die eine Haftung des Halters begründen kann – in diesem Fall aber ist die Geschädigte das Risiko einer Verletzung bewusst eingegangen, sodass die Haftung vollständig entfällt“, erklärt Rechtsanwalt Tim Vlachos den Richterspruch.

Bild: ajmexico/flickr.com/cc-by

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