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Nach Biss in Fruchtgummi - Schadensersatz vom Hersteller

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Petra Nieweg
Stand: 05.06.2013

Produkthaftung
Leckere Fruchtgummis - diesmal mit einer bösen Überraschung

Beschädigt man sich beim Essen von Fruchtgummi die Zähne, weil während der Herstellung Fremdkörper in die Süßigkeit gelangt sind, muss der Hersteller Schadensersatz leisten. Dies hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az. 21 U 64/12).

Im vorliegenden Fall aß ein Mann Fruchtgummis in Form von Colaflaschen und biss dabei auf kleine Fremdkörper, welche sich in den Fruchtgummis befanden und kaum sichtbar waren. Zwei seiner Zähne wurden beim Zubeißen so sehr beschädigt, dass diese überkront werden mussten. Es stellte sich heraus, dass bei der Produktion kleine Teilchen Putzmaterial in das Fruchtgummi gekommen waren. Der Geschädigte verklagte den Fruchtgummihersteller auf Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Das Gericht hat der Klage stattgegeben und verurteilte den Konzern aus Bonn zu einer Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 2.000 Euro. Außerdem muss das Unternehmen die Behandlungskosten des Zahnarztes übernehmen. „Hersteller unterliegen einer Produkthaftung und können gegebenenfalls für entstandenen Schaden haftbar gemacht werden. Hier hat das Unternehmen ein fehlerbehaftetes Produkt auf den Markt gebracht, was das Gutachten auch beweist“, so Rechtsanwältin Petra Nieweg.

Das Gutachten, welches von einem Diplom-Biologen und Diplom-Chemiker durchgeführt wurde, überzeugte die Richter davon, dass der Fremdkörper sich bei der Herstellung in die Fruchtgummis gemischt haben muss. Solch ein Fehler wäre zwar bei einem „hochoptimierten Produktionsprozess“ ziemlich unwahrscheinlich aber durchaus möglich. Außerdem belegten die Sachverständigen auch, dass ein Biss auf den Fremdkörper die herbeigeführten Schäden an den Zähnen verursachen könne.

Bildquelle: digital cat/flickr/cc-by

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