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Steuerberater ist nicht verpflichtet, auf eine mögliche Überschuldung hinzuweisen


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit N. N.
Stand: 21.05.2013

InsolvenzEin Steuerberater haftet nicht für einen insolventen Mandanten

Ein Dauermandat von einer GmbH verpflichtet den Steuerberater nicht, den Geschäftsführer auf eine eventuelle Überschuldung des Unternehmens hinzuweisen. Dieser muss die Zeichen einer drohenden Insolvenz selbst erkennen, da der Geschäftsführer die Pflicht hat, die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu überblicken. Der Steuerberater muss lediglich den steuerlichen Interessen des Auftraggebers gerecht werden. Das hat das Oberlandesgericht Köln in einem Urteil klargestellt (Az. 8 U 45/11). Der Bundesgerichtshof lehnte die Revision hier zu ab (Az. IX ZR 64/12).

Im vorliegenden Fall wurde ein Geschäftsführer einer GmbH im Insolvenzverfahren mit 260.000 Euro persönlich haftbar gemacht. Es wäre seine Pflicht gewesen, die konkreten Anzeichen der Insolvenzgründe zu erkennen. Der Geschäftsführer aber ist der Meinung, der für die GmbH tätige Steuerberater hätte ihn vor einer möglichen Überschuldung warnen müssen, als dieser damit beauftragt war, Lohnabrechnungen, Steuererklärungen und Jahresabschlüsse für das Unternehmen zu erstellen. Daher stritten Geschäftsführer und Steuerberater um die hälftige Zahlungspflicht des entstandenen Schadens.

Alle Instanzen verneinten den Schadenersatzanspruch des Geschäftsführers gegenüber dem Steuerberater. Dieser sei nicht in der Pflicht, ihn auf eine mögliche Überschuldung hinzuweisen – auch dann nicht, wenn die vom Steuerberater erstellte Bilanz eine deutliche Unterdeckung aufweist. „Eine Warnung des Steuerberaters hätte zwar nicht geschadet, es ist alleinige Aufgabe des Geschäftsführers einer GmbH, Anzeichen einer Überschuldung zu erkennen. Diese ist ein Insolvenzgrund und verpflichtet den Geschäftsführer, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu beantragen“, erklärt Rechtsanwalt N.N. . Eine Warn- oder Hinweispflicht des Steuerberaters würde über die Verantwortlichkeit seines Mandats hinausgehen.

Bildquelle: Images_of_Money/flickr/cc-by

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