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Urlaubsanspruch - Regelung zu Mindesturlaub und Verwehrung

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Daniela Grünblatt-Sommerfeld
Stand: 16.05.2013

Frage:

Ich habe einen neuen Job gefunden, in der es keine Tarifbindung gibt. Mir stehen jetzt weitaus weniger Urlaubstage zu, als bei meinem ehemaligen Arbeitgeber. Laut Arbeitsvertrag habe ich 24 Tage Urlaub. Ich arbeite sechs Tage die Woche. Gibt es nicht eine gesetzliche Mindestanzahl an Urlaubstagen, welche mir auch gewährt werden müssen, und kann mir mein Urlaubswunsch auch verweigert werden?

Antwort:

Das Bundesurlaubsgesetz regelt die Mindestanzahl der Urlaubstage. Dabei schreibt dieses bei einer Sechstageswoche mindestens 24 Tage Urlaub vor. Sonn- und gesetzliche Feiertage werden nicht mitgezählt. Bei einer Fünftageswoche stehen 20 Urlaubstage zu.

Wenn vertraglich nichts anderes vereinbart wurde, besteht der volle Urlaubsanspruch bei Ihnen erst nach sechs Monaten. Erst dann können Sie Ihre vollen 24 Urlaubstage beanspruchen. Möchten Sie vorher Urlaub machen, steht Ihnen für jeden Monat den Sie arbeiten 1/12 des vollen Urlaubsanspruchs zu. Das heißt, Ihnen stehen nach dem ersten Monat zwei Tage Urlaub zu.

„Der Arbeitgeber muss die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers bei zustehendem Urlaub berücksichtigen und darf den Urlaubswunsch nur verwehren, wenn 'dringende betriebliche Gründe' eintreten", so Rechtsanwältin Daniela Grünblatt-Sommerfeld. Kommt es bei Urlaubsantritt zum Beispiel zu beträchtlichen Störungen des Betriebsablaufs, wäre dies unter Umständen ein dringender betrieblicher Grund. Gerade die Saisonzeit, eine Unterbesetzung oder plötzlich erhöhtes Produktionsaufkommen können Hindernisse für die Urlaubsplanung sein. Allerdings kommt es auch darauf an, welche Tätigkeit Sie bei Ihrem Arbeitgeber erfüllen.

„Falls Ihnen der Urlaub gewährt wurde, kann Ihr Arbeitgeber es sich nicht einfach anders überlegen. Genehmigte Urlaubswünsche sind verbindlich", so die Arbeitsrechtlerin. Viele Unternehmen beschränken sich auf mündliche Zusagen bei der Urlaubsgewährung. Die Rechtsanwältin rät: „Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie sich genehmigten Urlaub schriftlich bestätigen lassen. Mündliche Zusagen sind im Streitfall nämlich sehr schwierig nachzuweisen". Weitere spannende Tipps und Informationen zum Arbeitsvertrag oder auch zur Gehaltsabrechnung gibt es hier.

 

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