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Ausgeschiedene Arbeitnehmer sind von Firmen-Webseite zu löschen


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 23.04.2013

DatenlöschungEhemalige Arbeitnehmer müssen von der Firmen-Webseite verschwinden

Scheiden Arbeitnehmer aus dem Unternehmen aus, so haben sie ein Recht darauf, dass sämtliche persönliche Daten vom Internetauftritt der Firma entfernt werden. Es bestehe kein berechtigtes Interesse, die Daten eines ehemaligen Mitarbeiters auf der Firmenseite weiterhin aufzuführen. Das hat das Hessische Landesarbeitsgericht entschieden und bestätigte damit ein Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main (Az. 19 SaGa 1480/11).

Die betroffene Arbeitnehmerin ist Rechtsanwältin und war wenige Monate in einer Steuerberater- und Rechtsanwaltskanzlei tätig. Sie wurde sowohl auf der Internetseite als auch im Nachrichtenblog der Kanzlei im Profil mit Foto und Qualifikation vorgestellt. Als sie aus dem Unternehmen ausschied und Leiterin der Rechtsabteilung eines anderen Unternehmens wurde, verlangte sie per einstweiliger Verfügung die Löschung ihrer persönlichen Informationen von allen Internetseiten ihres ehemaligen Arbeitgebers. Sollte dieser dem nicht nachkommen, drohte die Anwältin mit einem Ordnungsgeld über 50.000 Euro.

Arbeitnehmer haben mit Ende des Arbeitsverhältnisses ein Anspruch auf Löschung ihrer Daten vom öffentlichen Internetauftritt – dieser Ansicht sind die Arbeitsrichter beider Instanzen und urteilten zugunsten der klagenden Rechtsanwältin. Die Veröffentlichung greife in ihr Persönlichkeitsrecht ein, da der Eindruck entstehen kann, dass sie noch immer in der Kanzlei beschäftigt ist. Ihr können Wettbewerbsnachteile entstehen, wenn potenzielle Mandanten die Anwältin im Internet suchen und sich an die falsche Kanzlei wenden. „Möchte der Arbeitgeber persönliche Daten im Internet veröffentlichen, so einigt man sich über Umfang, Dauer und Zweck am besten schriftlich“, rät Tim Vlachos, Rechtsanwalt für Arbeitsrecht.

Bild: Wikimedia Commons/public domain

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