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Supermarkt haftet nicht automatisch für Verletzung nach Sturz

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Daniela Grünblatt-Sommerfeld
Stand: 11.04.2013

Schmerzensgeldforderung
Supermärkte müssen ihrer Kontrollpflicht nachkommen

Kommt es in einem Supermarkt zu einem Unfall, bei dem sich ein Kunde verletzt, steht das Unternehmen nicht zwingend in der Pflicht, Schadenersatz zu leisten. Zumindest dann nicht, wenn ausreichende Maßnahmen ergriffen wurden, welche ein Verschulden ausschließen. Zu diesem Urteil kam das Landgericht Coburg (Az. 21 O 281/12).

Im vorliegenden Fall ging die Kundin des Supermarktes zum Kühlregal und suchte nach einem bestimmten Produkt. Dort angekommen verlor sie den Halt unter den Füßen und schlitterte mit dem Fuß weg. Sie fiel auf die Schulter und erlitt einen Knochenbruch. Der Grund für ihren Sturz sei ein Sahnespritzer auf dem Boden gewesen. Die Kundin klagte gegen den Supermarkt und forderte ein Schmerzensgeld in Höhe von 15.000 Euro. Nach Meinung der Klägerin sei der Supermarkt für einen gereinigten und „ungefährlichen“ Boden zuständig. Dieser Pflicht sei das Lebensmittelunternehmen nicht nachgekommen. Der Supermarkt dagegen behauptete, dass eine Mitarbeiterin den Boden 15 Minuten vor dem Unfall kontrolliert habe und diese keine Verunreinigung festgestellt habe. Eine regelmäßige Kontrolle sei für die Mitarbeiter selbstverständlich und würde auch durchgeführt werden.

Das Gericht wies die Klage ab. Zwar konnte das Gericht durch eine Zeugenaussage festhalten, dass die Klägerin tatsächlich durch Sahneflecken am Boden ausgerutscht ist. Allerdings seien die Mitarbeiter des Supermarktes ihrer Kontroll- und Reinigungsfpflicht ausreichend nachgekommen. Rechtsanwältin Daniela Grünblatt-Sommerfeld dazu: „Ladenbesitzer können keine hundertprozentige Garantie gegen Unfälle gewährleisten. Sie müssen aber dafür sorgen, dass sich der Kunde beim Einkaufen sicher bewegen kann“. Dieser Pflicht sei der Supermarkt nachgekommen. Eine Kontrolle der Böden in kürzeren Abständen als 15 Minuten sei aufgrund der Wirtschaftlichkeit nicht zumutbar, da die Mitarbeiter ansonsten fast gar nichts anderes machen könnten, als den Boden auf Verunreinigungen zu kontrollieren.

Bildquelle: kathisblog.de/flickr.com

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