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Noch vor der Scheidung: Zugewinnausgleich der Ehevermögen


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Tanja Leopold
Stand: 25.03.2013

Frage: Mein Mann und ich lassen sich scheiden. Obwohl wir gerade erst das Trennungsjahr begonnen haben und an die gerichtliche Scheidung noch lange nicht zu denken ist, verlangt jetzt sein Anwalt, dass wir unser gesamtes Vermögen offenlegen. Zu Recht?

Antwort: Ja. Seit der Reform des Zugewinnausgleichs vor gut drei Jahren spielt für die entsprechenden Berechnungen nicht nur das Anfangsvermögen zu Beginn einer Ehe und das Endvermögen eine Rolle, sondern es ist auch das Vermögen zum Zeitpunkt der Trennung dazwischen in Betracht zu ziehen. So will der Gesetzgeber vermeiden, dass in den mindestens zwölf Monaten zwischen Trennung und Ehescheidung vorhandene Werte beiseite geschafft werden. Zumal nunmehr auch so genanntes negatives Anfangs- oder Endvermögen berücksichtigt wird, also die Tilgung von Schulden während der Ehe.

Zugewinnausgleich bedeutet keine Vermögensteilung an sich, sondern die Teilung der während der Ehezeit erworbenen Gewinne bzw. Verluste. Hierfür wird für jeden Ehepartner das Anfangsvermögen am Tag der Hochzeit und das Endvermögen am Tag des Zugangs des Scheidungsantrags festgestellt. Der Zugewinn ist dann das Endvermögen abzüglich dem Anfangsvermögen und minus Erbschaften und Schenkungen. Wer mehr Zugewinn als der andere Ehegatte aufweist, hat die Hälfte der Differenz an den Anderen herauszurücken.

Wenn allerdings die zu Beginn des Trennungsjahres festgehaltenen Werte davon extrem abweichen, ist der Betroffene in erheblichen Erklärungsnöten. In solchen Fällen kennen die Richter in der Regel kein Pardon.

Eine Einigungen über den Zugewinnausgleich ist noch vor Rechtskraft der Ehescheidung notariell zu beurkunden. Wer sich auf einen solchen Deal ohne notarielle Beurkundung und fachkundige Hilfe eines Anwalts einlässt, kann von seinem zum Gegenspieler gewordenen Partner nach der wortwörtlichen Trennung von Bett und Tisch mitunter ganz schön über letzteren gezogen werden.

Auf die Durchführung eines gerichtlichen Verfahrens für den Zugewinnausgleich besteht mit der Scheidung übrigens ein Rechtsanspruch. Allerdings muss dazu mindestens einer der beiden Ex-Ehepartner ausdrücklich einen Antrag stellen.

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Guten Tag, ich hatte mit RAin Kogan ein telefonat. Sie hat mir bestens weiter geholfen. Solche Informationen sind Gold wert...

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