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Maklerin ist Tochter des Vermieters

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Bernd Beder
Stand: 30.05.2012

Monika S. aus Berlin fragt:


Ich habe jetzt festgestellt, dass die Maklerin, die für die Vermittlung meiner Wohnung eine beträchtliche Summe kassiert hat, in Wahrheit die Tochter des Vermieters ist. Geht das rechtlich in Ordnung? Oder kann ich die Maklerprovision wegen arglistiger Täuschung zurückfordern?

Rechtsanwalt Bernd Beder aus der Hauptstadt antwortet:


Das Problem besteht darin, dass der Beruf des Maklers in Deutschland bis heute nicht geschützt ist. Wer will und sich dazu berufen fühlt, darf Wohnungen vermitteln - ohne jegliche besondere Qualifikation. Und trotzdem: Wer als Makler auftritt und professionell Mietwohnungen vermittelt, agiert nicht im rechtsfreien Raum, sondern unterliegt beispielsweise den Bestimmungen des Wohnungsvermittlungsgesetzes.

Wenn es etwa bei der Bezahlung seiner Dienstleistung Meinungsverschiedenheiten gibt, muss jeder Makler vor Gericht nachweisen können, dass der umstrittene Mietvertrag ohne ihn nicht zustande gekommen wäre - der spätere Mieter die Räumlichkeiten also vorher nicht kannte und zum Beispiel erst auf einem vor ihm organisierten Besichtigungstermin kennengelernt hat oder durch seine Anzeige darauf aufmerksam wurde.

Bei einer familiären Verflechtung wie in Ihrem Fall, wo die Wohnung dem Vater der Vermittlerin gehört und Sie auf diesen Umstand nicht ausdrücklich hingewiesen wurden, liegt eine so genannte „rechtliche oder wirtschaftliche Verbundenheit“ vor. Und dann könnte der Provisionsanspruch tatsächlich entfallen, weil ein Makler ausdrücklich unparteiisch zu sein hat - zumindest aber seinen Kunden nicht täuschen darf, indem diese Unparteilichkeit bewusst nur vorspielt ist. Inwieweit allerdings jeder Richter bereit ist, dieser Argumentation zu folgen, steht in den Sternen.

Es ist sogar erlaubt, dass ein Makler gleichzeitig für den Käufer und den Verkäufer arbeitet und sich von beiden bezahlen lässt. Allerdings muss so eine Doppeltätigkeit im Maklervertrag vermerkt sein und der Makler muss von sich aus darüber Auskunft geben.

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