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Unterhalt zu spät eingefordert


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Tanja Leopold
Stand: 29.05.2012

Nürnberg (D-AH) - Wer sich beim Einfordern seines Unterhalts jahrelang Zeit lässt, bleibt am Ende ohne jegliche Ansprüche auf der Strecke. Davor warnt das Thüringer Oberlandesgericht (Az. 2 UF 385/11).

Die Entscheidung betrifft eine inzwischen 23 Jahre alte Tochter, die noch zur Schule geht und von ihrem Vater jetzt 15.000 Euro Unterhalt per Zwangsvollstreckung eintreiben wollte. Zu Unrecht allerdings, wie die Jenaer Richter betonten. Zwar lag ein rechtmäßiger Unterhaltstitel vor, doch der war bereits vor 10 Jahren ergangen. In der Zwischenzeit hatte das Mädchen rein gar nichts unternommen, an das ihr zugesprochene Geld ernsthaft heranzukommen.

Damit aber sind die Ansprüche des Mädchens laut Gerichtsbeschluss wegen "nicht zeitnaher Durchsetzung" verwirkt. Für Unterhaltsrückstände gelte nichts anderes als für sonstige in der Vergangenheit fällige Ansprüche - sie dürfen vom Gläubiger nicht auf die lange Bank geschoben werden. "Andernfalls könnten sie zu einer den Schuldner erdrückenden und dessen Existenz gefährdenden Last anwachsen", erklärt Rechtsanwältin Tanja Leopold. Und gerade bei Unterhaltszahlungen, die ja der Befriedigung des aktuellen Lebensbedarfs dienen sollen, könne man zügige Anstrengungen zur Durchsetzung der Ansprüche erwarten - es sei denn, es bestände kein tatsächliches Bedürfnis.

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