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Beitragsbemessungsgrenze und Solidarprinzip


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Tanja Leopold
Stand: 08.05.2012

Maren Sch. aus K. fragt:

Obwohl sich mein  monatliches Bruttoeinkommen mit 3900 Euro nicht verändert hat, muss ich 2012 für die Krankenkasse mehr zahlen als noch im Jahr zuvor. Dabei ist doch der gesetzlich festgelegte Krankenkassenbeitrag stabil geblieben. Wie kann das sein?

Rechtsanwältin Tanja Leopold antwortet:

Das liegt an der so genannten Beitragsbemessungsgrenze, die jährlich per Rechtsverordnung an das durchschnittliche Bruttolohn-Niveau der Versicherten angepasst wird. Während das 2011 noch 3.712,50 Euro waren, sind es 2012 schon 3.825,00 Euro. Die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze führt für Gutverdiener wie Sie zu der von Ihnen beobachteten Beitragserhöhung für Ihre Krankenkasse - trotz des eigentlich stabilen Beitragssatzes.

Einkommensstarke zahlen also für Versicherte mit niedrigerem Lohnniveau mit, allerdings nur bis zu einem gewissen Deckelbetrag - eben der Beitragsbemessungsgrenze.  Einkommen darüber bleiben für die damit bezweckte Durchsetzung des Solidarprinzips innerhalb der Sozialversicherung unantastbar.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist übrigens nicht mit der Versicherungspflichtgrenze zu verwechseln. Auch die wird jedes Jahr an die statistische Einkommensentwicklung des Vorjahres angepasst, regelt jedoch die Möglichkeit zum Wechsel in eine private Krankenversicherung.

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