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Wer zahlt die Bestattung des verstorbenen Vaters?

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Jetta Kasper
Stand: 16.04.2012

Gottfried R. aus Langhausen fragt:

Mein Vater hat seit 10 Jahren von unserer Mutter getrennt gelebt, ohne geschieden zu sein, wir beiden Kinder sind Studenten. Wer muss nach seinem Tode jetzt für die Beerdigung aufkommen?

Rechtsanwältin Jetta Kasper aus Berlin antwortet:

Laut Bürgerlichem Gesetzbuch muss der oder die Erben die Kosten der Bestattung tragen. Ein jeder Bürger hat aber das Recht, noch zu Lebzeiten über die Art der Bestattung und den Ort seiner letzten Ruhestätte zu entscheiden. Über seinen letzten Willen dürfen sich die Erben nach seinem Tode nicht einfach hinwegsetzen. Er kann mit seinem Testament eine beliebige Person oder Institution damit betrauen. Wobei es nicht nur auf seine ausdrückliche Willensbekundung, also das Testament, ankommt,  sondern es genügt, wenn aus den Umständen ein bestimmter Wille des Erblassers mit Sicherheit erschlossen werden kann.

Schlagen die damit Bedachten allerdings das Erbe aus, sind immer die nächsten Angehörigen berechtigt und verpflichtet, sich um die würdevolle Bestattung zu kümmern.  Das Recht der verfassungsrechtlich geschützten Totenfürsorge, wozu die Art der Bestattung, der Ort der Beisetzung, die Grabgestaltung und dessen Pflege zählen, steht nämlich grundsätzlich nicht den Erben, sondern den nahen Angehörigen eines Verstorbenen zu.

Sind mehrere Angehörige vorhanden, muss zunächst der Ehegatten bzw. Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft einspringen, danach die Kinder und schließlich die Eltern und Geschwistern des Erblassers. Da in unserem Fall offenbar keine testamentarische Verfügung vorliegt (sonst hätte sich ja die Frage erübrigt), ist also die Witwe am Zuge. Sie haftet auf Grund ihrer zumindest theoretischen Unterhaltsverpflichtung auch, wenn sie nichts geerbt oder das Erbe ausgeschlagen hat.

Wäre die Frau finanziell nicht in der Lage, für die Beerdigung aufzukommen, müssten die Studenten den Part übernehmen. Erst wenn auch die Kinder sich selbst als entsprechend hilfebedürftig erweisen würden, hätte der Staat per Sozialamt die Kosten zu übernehmen.

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