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Schwangere darf trotz Diebstahls nicht entlassen werden


Nürnberg (D-AH) - Ist eine Angestellte in anderen Umständen, muss der Chef schon mal über kleinere Verfehlungen der werdenden Mutter großzügig hinwegsehen können. Der gesetzlich verbriefte Mutterschutz hat auch dann Vorrang, wenn eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses eigentlich nicht zumutbar wäre.

Die schwangere Mitarbeiterin einer McDonalds-Filiale war von ihrem Schichtleiter dabei ertappt worden, wie sie drei unbezahlte Snacks aus dem Restaurant mit nach draußen nahm - was in dem Fast-Food-Unternehmen laut Betriebsvereinbarung strengsten untersagt ist. Reicht aber ein solcher Lapsus für eine fristlose Kündigung aus, wie sie der armen Sünderin umgehend ins Haus flatterte? Nein, sagten die Frankfurter Verwaltungsrichter. Zwar habe das betroffene Unternehmen mit seinen vielen gleich durchorganisierten Filialen ein berechtigtes Interesse, solche häufiger vorkommenden Fälle durch strengstes Vorgehen zu unterbinden. Doch andererseits ist es im noch größeren Interesse der Allgemeinheit, eine Mutter in spe so zu schützen, dass sie ein gesundes Kind zur Welt bringen kann.

Im Falle dieses einmaligen Vorkommnisses hätten die McDonalds-Leute also zumindest erst einmal eine Abmahnung aussprechen müssen und nicht gleich kündigen dürfen.

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