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Richter: Wohnungsverbot für wildes Mini-Schwein


Nürnberg (DAH) - Kein Schwein gehabt: Einer etwas extravaganten Münchnerin verbot der zuständige Amtsrichter (Az. 413 C 12648/04), die Räumlichkeiten ihrer Mietwohnung weiter mit einem schwarzen Mini-Schwein zu teilen. Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, untersagten schon die Bestimmungen des Mietvertrages die Haltung von Haustieren ohne Zustimmung des Vermieters. Doch die Beklagte scherte sich nicht darum und behauptete, das mehrfach in der Wohnanlage gesichtete Tier nur besuchsweise in Betreuung zu haben.

Als das von der Tochter der Frau Gassi geführte Schwein bei der Leerung der Abfalltonnen durch die Müllabfuhr aber in Panik geriet und einen zu Hilfe eilenden Nachbarn verletzte, ja wenige Monate später sogar den Wasserwart der Kleingartenanlage anfiel, reichte es der Wohnungsverwaltung: Sie verlangte vor Gericht, das grunzende Untier schleunigst zu entfernen. Die Begründung: Derartige Tiere müssten nach Auskunft von Fachleuten mindestens paarweise gehalten werden, da sie Artgenossen bräuchten; auch sei eine Suhle erforderlich, die in einer Etagenwohnung wohl schlecht eingerichtet werden könne.

Der Richter verurteilte die Beklagte, das schwarze Mini-Schwein dauernd und endgültig aus der Wohnung zu entfernen. Sollte das Tier auch nur zu Besuch hereingelassen werden, ist mit einem Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro zu rechnen. Der Amtsrichter stellte in seinem Urteil allerdings auch klar, dass Mini-Schweine wie Katzen oder Hunde grundsätzlich als Haustiere gelten, deren Haltung nicht prinzipiell verboten werden kann. Ein ungefährliches Schwein hätte die Frau in ihrer Wohnung halten dürfen. Es kommt also auf den Einzelfall und das konkrete Schwein an, mit dem man es zu tun hat.

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