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Arbeitnehmer muss gestohlene Tageseinnahmen nicht ersetzen


Nürnberg (D-AH) - Arbeitnehmer haften nicht in jedem Fall für über Nacht aus einem Firmentresor gestohlene Tageseinnahmen, berichtet die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline . Nach einem Urteil (Az. 1 Ca 8678/04) des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main gilt dies auch dann, wenn Arbeitnehmer verpflichtet sind, die Einnahmen abends zur Bank zu bringen.

Im entschiedenen Fall brachte ein städtischer Bediensteter aus dem Rhein-Main-Gebiet dreimal wöchentlich die Tageseinnahmen eines Freibades zur Bank. Als er die Einnahmen an einem Freitagabend nicht abholte, geschah prompt das Malheur. Knapp 4.300 Euro Bargeld wurden am folgenden Wochenende aus dem Tresor des Freibads gestohlen. Die Stadtverwaltung verlangte diese Summe vom Arbeitnehmer als Schadensersatz zurück. Schließlich habe der Mann bewusst die Dienstanweisung missachtet, das Geld zur Bank zu bringen.

Doch die Frankfurter Arbeitsrichter schmetterten die Klage ab. Zwar habe der Angestellte die Anweisung vorsätzlich missachtet. Ein solcher Pflichtverstoß führt im arbeitsrechtlichen Verhältnis aber nur dann zur vollen Haftung, wenn auch der Schaden vom Vorsatz erfasst ist, urteilten sie. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer den Schaden nur ersetzen muss, wenn er entweder selbst der Dieb war oder den Diebstahl mit einem laxen Na-wenn-schon billigend in Kauf genommen hat die Entscheidung. Kann beides vor Gericht nicht nachgewiesen werden, bleibt der Arbeitgeber auf dem Schaden sitzen.

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