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Fristgemäße Kündigung ist kein Rauswurf


Nürnberg (D-AH) - Hat ein Arbeitnehmer das Entlassungsschreiben seines Chefs mit der Aufforderung erhalten, ab sofort nicht mehr im Betrieb zu erscheinen, liegt es doch allein bei ihm, ob er bis zum Ablauf der Kündigungsfrist weiterarbeiten will oder nicht. Die einseitige Entscheidung des Arbeitgebers zur sofortigen Freistellung wäre nur die mildere und getarnte Form einer sofortigen außerordentlichen Kündigung und ist deshalb nicht rechtens - sofern der Arbeitnehmer dem widerspricht. Einer in der Montageabteilung einer Firma beschäftigten Frau war wegen schlechter Auftragslage der Vertrag gekündigt worden. Bei voller Fortzahlung der vertragsgemäßen Vergütung und unter Verrechnung der Urlaubs- und Freizeitausgleichsansprüche war sie von einem Tag auf den anderen faktisch vor die Tür gesetzt worden. Ich will aber im Betrieb bleiben, bis die Kündigung wirksam ist, verlangte die Frau vor Gericht. Das dürfen Sie auch, entschieden die Frankfurter Arbeitsrichter. Insbesondere bei einer ausschließlich betriebsbedingten Kündigung gibt es für ein sofortiges Arbeitsverbot keinerlei gesetzliche Voraussetzungen. Außerdem ist für den Anspruch bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nach Meinung des Gerichts auch die so genannte Eilbedürftigkeit gegeben. Darauf sollte achten, wem gekündigt wurde. Denn sonst geht der Beschäftigungsanspruch bis zum Zeitpunkt des Gerichtstermins verloren.

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