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Verkleinerung eines Orchesters

Stand: 30.03.2011

Stand: 30.03.2011 SE
Nürnberg (D-AH) - Missklang rechtens: Ob ein Klangkörper nach dem Verzicht auf bestimmte Instrumente musikalisch überhaupt noch einen Sinn macht, ist aus arbeitsrechtlicher Sicht ohne jegliche Bedeutung. Das hat jetzt das Bundesarbeitsgericht betont und die Entlassung aller Hornisten eines Orchesters für rechtmäßig erklärt (Az. 2 AZR 9/10).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, kündigte der Freistaat Thüringen erhebliche Kürzungen seiner bisherigen öffentlichen Zuwendungen für Kunst und Kultur an. Daraufhin strich die Leitung des betroffenen Orchesters auf einen Schlag alle Hornistenstellen. Nach Auffassung eines der entlassenen und darob vor Gericht ziehenden Musikers blanker Blödsinn. Die Besetzung eines Kammerorchesters ohne Horn bzw. Waldhorn sei unsinnig und willkürlich, weil für viele Werke der Orchestermusik gerade das Horn essentiell sei. Beispielsweise könne dann Peter und der Wolf nur noch als Peter ohne Wolf aufgeführt werden.

Was die Erfurter Bundesrichter allerdings auch nicht umstimmen konnte. Die Verkleinerung des Orchesters erfolgt aus nachvollziehbaren, wirtschaftlichen Erwägungen die Entscheidung. Ob das auch unter musikalischen Gesichtspunkten Sinn macht, haben die Gesetzeshüter nicht zu beurteilen. Jedenfalls wurden mit den Entlassungen nicht einzelne, etwa unliebsame Musiker aus dem Arbeitsverhältnis gedrängt, sondern eine ganze Instrumentengruppe. Womit von missbräuchlicher Diskriminierung durch den Arbeitgeber keine Rede sein könne.

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