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Zwangsräumung trotz doppelten Umzugs

Stand: 21.01.2011

Stand: 21.01.2011 SE
Nürnberg (D-AH) - Der Termin einer gerichtlich angeordneten Räumungsvollstreckung muss auch dann nicht verschoben werden, wenn der Zwangsgeräumte dadurch gezwungen ist, gleich zweimal nacheinander umzuziehen. An der Rechtmäßigkeit einer Räumung ändert sich nichts, wenn der Betroffene zwar bereits eine neue Wohnung angemietet hat, diese aber zum anberaumten Zeitpunkt noch nicht bezugsfertig ist. Wenn auf dem entsprechenden Wohnungsmarkt anderer adäquater und sofort beziehbarer Wohnraum zur Verfügung steht, hat der zwangsgeräumte Mieter eben zwischenzeitlich damit vorlieb zu nehmen - und alle damit verbundenen Mehrkosten selbst zu tragen. Das hat jetzt das Landgericht Köln entschieden (Az. 10 T 266/10).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, stellt nach Ansicht des Gerichts ein solcher doppelter Umzug keine sittenwidrige Härte dar - trotz des umfangreichen Hausstandes. Niemand hat die gekündigte Mieterin ja gezwungen, ausgerechnet einen neuen Wohnraum anzumieten, der nicht sofort bezugsfrei ist, sondern erst noch zeitaufwendig kernsaniert werden muss.

Zumal der Ex-Mieterin angesichts der wirtschaftlichen Verhältnisse ihrer Eltern und der entspannten Lage am Wohnungsmarkt ausreichend vergleichbare, jedoch sofort realisierbare Umzugsmöglichkeiten zur Verfügung gestanden hätten. Jedenfalls überwiege in diesem Fall das wirtschaftliche Interesse des Vermieters am alsbaldigen Freiwerden des ihm gehörenden Wohnraums.

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