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Lebensversicherung geht an zweite Ehefrau

Stand: 18.01.2011

Stand: 18.01.2011 SE
Nürnberg (D-AH) - Bringt der Mann gewissermaßen als Brautgeschenk eine Lebensversicherung mit in die Ehe, die er bereits als Junggeselle auf seine zukünftige Partnerin abgeschlossen hatte, kann die Frau nach dem Tode des Versicherten doch leer ausgehen. Nämlich dann, wenn der nunmehr Verstorbene zu Lebzeiten noch ein zweites Mal geheiratet hat und als Begünstigte in der Police zwar die Ehegattin, nicht aber deren konkreter Name aufgeführt wird. In diesem Fall ist das Geld der Versicherung immer an die letzte Lebenspartnerin auszuzahlen. Das hat jetzt das Landgericht Coburg entschieden (Az. 11 O 781/09).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, wollte sich die um ihr Geld gebrachte erste Ehefrau des Versicherten damit nicht abfinden. Nach den Richtlinien der Versicherung ist die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit der versicherten Person verheiratete Ehepartner bezugsberechtigt. Das gelte auch dann weiter, wenn zum Zeitpunkt des Todes die Ehe möglicherweise nicht mehr bestehe.

Das sei richtig, stimmten der Frau die Coburger Richter bei. Allerdings wäre ihr Ex-Mann zum Zeitpunkt des Abschlusses des Versicherungsvertrages noch gar nicht mit ihr verheiratet gewesen. Damit kann sich auch die allgemeine Bezeichnung Ehegattin im Vertrag nicht per se auf eine konkrete Person beziehen - sondern beim Eintreten des Versicherungsfalls erst auf die jeweils aktuelle Partnerin.

Hätte der Verstorbene etwas anderes im Sinn gehabt, wäre es ihm zu Lebzeiten ein leichtes gewesen, die Bezugsberechtigung speziell so regeln zu lassen, dass nach seinem Ableben die erste Frau die Lebensversicherung ausgezahlt erhält. Da er das nicht getan hat, spricht nach Ansicht der Richter alles dafür, dass der zum zweiten Mal Verheiratete das Geld nicht bei der längst geschiedenen, sondern seiner neuen Ehefrau sehen wollte.

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