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Neue Probezeit nach Ausbilder-Wechsel

Stand: 12.01.2011

Stand: 12.01.2011 SE
Nürnberg (D-AH) - Setzt ein Auszubildender im letzten Drittel seiner Lehrzeit die Ausbildung in einem neuen Unternehmen fort, gilt nach seinem Wechsel zunächst eine erneute Probezeit. Mit der tückischen Folge, dass er - wie sonst nur während der obligatorischen Probezeit zu Beginn einer Lehre - in dieser Zeit wiederum ohne Begründung gekündigt werden kann. Darauf hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein bestanden (Az. 4 Sa 120/10).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, stimmten die Richter damit einer Firma bei, die einem Tischlerlehrling unter Berufung auf die Probezeit fristlos gekündigt hatte, obwohl der schon am Beginn seines 3. Ausbildungsjahres stand. Weil es in der Baugesellschaft, wo er die Lehre ursprünglich begonnen hatte, nicht ausreichend Arbeit für Tischler gab, war der junge Mann gerade erst für den - wie er glaubte - Rest der Ausbildung in den neuen Betrieb gewechselt. Sein Pech nun, dass sich die neuen Lehrmeister schon kurz darauf wieder von ihm trennten - ohne jegliche Begründung.

Und das zu Recht. Es ist höchstrichterliche Rechtsprechung, dass bei einem Wechsel des Ausbilders auch eine erneute Probezeit vereinbart werden darf, bestätigt Rechtsanwalt Dr. Dietmar Breer (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute). Handelt es sich in diesem Fall doch nicht um die Fortsetzung eines bereits bestehenden Berufsausbildungsverhältnisses, sondern um die Begründung eines neuen. Das wäre nur dann anders gewesen, wenn der Tischlerlehrling einen neuen Vertrag für einen anderen Ausbildungsberuf abgeschlossen hätte, der auf die vorherige Ausbildung in derselben Firma aufbaut.

Zwar sind hier die vorangegangenen Ausbildungsjahre im früheren Betrieb anzuerkennen, nicht aber die einstige Probezeit. Wenn nämlich ein Auszubildender zum einem anderen Unternehmen wechselt, muss dieses seinerseits problemlos überprüfen können, ob sich der Lehrling in das neue, möglicherweise grundverschiedene betriebliche Geschehen einzuordnen vermag. Und dafür kann kein Ausbilder auf die erneute Probezeit verzichten.

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