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Unfall beim Gottesdienst

Stand: 14.12.2010

Stand: 14.12.2010 SE
Nürnberg (D-AH) - Einem 76-jährigen ehemaligen Pfarrer, der vertretungsweise einen regulären Gottesdienst zelebriert und sich dabei in der Kirche das Bein bricht, stehen keine Ansprüche aus der gesetzlichen Unfallversicherung zu. Darauf hat jetzt das Sozialgericht Frankfurt am Main bestanden (Az. S 23 U 250/09).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, war der bereits über zehn Jahre pensionierte Kirchenmann, der immer wieder einmal vertretungsweise beim Gottesdienst einsprang, am Karfreitag auf der Treppe zur Orgelempore gestürzt und musste noch am gleichen Tage operiert werden. Die Berufsgenossenschaft lehnte jedoch eine Entschädigung aus der gesetzlichen Unfallversicherung ab.

Dem stimmte das Sozialgericht zu. Für die Folgen von Dienstunfällen habe immer der Dienstherr aufzukommen - in diesem Fall die Kirche. Zwar sei der glücklose Vertretungs-Pfarrer mit Beginn seines Ruhestandes nicht mehr zur Ausübung des Pfarramtes verpflichtet gewesen - sehr wohl aber dazu berechtigt. Gehen doch laut Kirchengesetz die mit der Ordination erworbenen Rechte nicht durch eine Pensionierung verloren. Deshalb bleibt bei einem Pfarrer, anders als etwa bei einem pensionierten Staatsbeamten, das Dienstverhältnis auch im Ruhestand bestehen - und zwar mit dem dazugehörigen Recht auf Unfallfürsorge durch die Kirche.

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