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Hilfe für den eigenen Hund

Stand: 19.05.2010

Stand: 19.05.2010 SE
Nürnberg (D-AH) - Wer den Angriff eines Hundes auf einen anderen unterbinden will und dabei selbst gebissen wird, hat bei einer anschließenden Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Lohnfortzahlung. Auch wenn es sich bei dem angegriffenen Tier um seinen eigenen Hund handelt. Das hat jetzt das Arbeitsgericht Freiburg entschieden (Az. 2 Ca 215/09).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, war der betroffene Hundhalter mit seinem 8 Jahre alten Bernersennenmischling zu einem Vereinsfest gegangen. Dort wurde sein Hund unvermittelt von einer freilaufenden Dogge angegriffen. Sie verbiss sich in den Hund des Mannes. Als dieser das Opfer befreien wollte, biss die Angreiferin auch ihn in die linke Hand und verletzte ihn so sehr, dass er für einen Monat krankgeschrieben werden musste. Für diese Zeit verweigerte ihm sein Arbeitgeber aber die Lohnfortzahlung und zahlte nur das Krankengeld. Schließlich sei der Mann an der von dem Hundebiss herrührenden Arbeitsunfähigkeit selber schuld, da er sich ohne eigene Not in die Auseinandersetzung der Tiere eingemischt habe.

Da sah das Arbeitsgericht jedoch anders. Ein Arbeitnehmer führt eine Arbeitsunfähigkeit nicht grob fahrlässig und schuldhaft herbei, wenn er als Hundebesitzer in eine Rauferei der Tiere eingreift, um seinen Hund aus einer lebensbedrohlichen Notlage zu befreien. Zwar dürfte dem erfahrenen Hundehalter die Gefahr bewusste gewesen sein, dabei selbst gebissen zu werden. Doch ohne sein Eingreifen hätte er eine weitere Verletzungen seines Hundes und damit seines Sacheigentums hinnehmen müssen. Wer in einer derartigen Notlage aber versucht, schlimmere Beschädigungen seines Eigentums abzuwehren, handelt nicht gröblich gegen das von einem verständigen Menschen im eigenen Interesse zu erwartende Verhalten.

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