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Entschädigung wider Willen

Stand: 20.04.2010

Stand: 20.04.2010 SE
Nürnberg (D-AH) - Die Schadensregulierung für einen Unfall, den ein bei ihr Versicherter zu verantworten hat, darf eine Versicherung auch gegen dessen Willen vornehmen. Das hat jetzt das Amtsgericht München entschieden (Az. 343 C 27107/09).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, war ein Autofahrer beim Verlassen einer Münchener Parkgarage auf einen vor ihn ausfahrenden und kurzzeitig dabei bremsenden Pkw aufgefahren. Er hatte sich, weil er sein eigenes Parkticket verloren hatte, beim Durchfahren des Schlagbaums an dieses Fahrzeug angehängt, um in dessen Schatten die Lichtschranke zu überlisten. Und das, obwohl sich der zuvor von ihm daraufhin angesprochene Besitzer des vorausfahrenden Pkws diese illegale und riskante Aktion ausdrücklich verbeten hatte.

Der Vordermann verlangte nun 988 Euro für den Schaden an seinem Wagen, den die Versicherung des offensichtlich schuldigen Hintermannes auch umgehend auszahlte - trotz Widerspruchs des Versicherten. Der nämlich wollte sich um die obligatorische Höhereinstufung nach dem Unfall drücken, welche zu einer Erhöhung des Beitragssatzes führt. Und verklagte seine Versicherung als voreilig und zur Schadensregulierung ohne seine Zustimmung unberechtigt.

Zu Unrecht allerdings, wie das bayerische Gericht urteilte. Der hinterher fahrende Autofahrer hat offenbar den erforderlichen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht eingehalten. Damit war ein anderer Ausgang eines Prozesses höchst unwahrscheinlich. Das Gericht hätte dem vorausfahrenden Autofahrer kaum eine fahrlässige Bremsung unterstellen können. Hatte dieser doch klar und unmissverständlich angekündigt, dass er die kriminelle Trickserei nicht mitmachen und das Auto ohne Parkschein nicht in seinem Schatten nachfahren lassen würde.

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