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Schmerzensgeld für fehlerhafte Blondierung

Stand: 22.03.2010

Stand: 22.03.2010 SE
Nürnberg (D-AH) - Eine kahle Stelle am Hinterkopf von 5 mal 5 cm Größe mindert kaum die Heiratschancen. Zumal dann, wenn die kahle Stelle nur zu erkennen ist, sobald man die Haare mit den Händen anhebt. Zu dieser Erkenntnis kam das Landgericht Coburg und hat in einem jetzt veröffentlichten Urteil (Az. 21 O 205/09) statt der geforderten 20.000 Euro an Schadensersatzansprüchen wegen einer falschen Blondierung nur ein Viertel dieses Betrages für rechtmäßig erachtet.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, ließ sich eine Frau im Friseursalon die Haare blondieren. Dabei trug man ihr das Blondierungsmittel versehentlich auf die Kopfhaut auf, wodurch die Haut am Hinterkopf verätzt wurde und die kahle Stelle zurückblieb, an der nun keine Haare mehr wachsen.

Eine Verletzung, die zwar ein Dauerschaden sei, nach wortwörtlicher richterlicher Ansicht die Betroffene aber nicht wirklich entstellen würde. Und entgegen ihrer dem Gericht vorgetragenen Auffassung auch ohne Einfluss auf die Heiratschancen der Frau wäre. Weshalb die Richter im vorliegenden Fall ein Schmerzensgeld von nur 5.000 Euro für angemessen hielten. Vergleicht man dieses Urteil mit anderen Entscheidungen zu Haarverletzungen, so werden in der Tat nur selten Schmerzensgelder von mehreren Tausend Euro zugesprochen. Und in jenen Fällen hatten die Geschädigten wesentlich gravierendere Verletzungen und Folgeerscheinungen zu beklagen.

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