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Falscher Preis im Internet

Stand: 24.03.2009

Stand: 24.03.2009 SE

Nürnberg (D-AH) - Außer Spesen nichts gewesen? Wer zur Bezahlung eines Versandartikels per Vorkasse aufgefordert wird und dies dann ordnungsgemäß tut, dem gehört die bestellte Ware - und zwar zum vereinbarten Preis. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn ein Internet-Händler nach Eingang des Geldes plötzlich feststellt, dass er sein Angebot auf der Website fälschlicherweise zu niedrig ausgepreist hatte. Das hat in einem veröffentlichten Urteil das Amtsgericht Fürth entschieden (Az. 340 C 1198/08).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, ging es in der gerichtlichen Auseinandersetzung um zwei Flachbildschirme im Wert von jeweils 1.999,99 Euro. Eine Mitarbeiterin des Internet-Anbieters hatte die hochwertigen Phillips-Geräte versehentlich mit nur je 199,99 Euro gelistet. Woraufhin ein Technikfreak gleich zwei Stück des Schnäppchens orderte.

Umgehend wurde seine Bestellung per E-Mail bestätigt, und nach interner Abschätzung des Verkaufsrisikos bot man dem Mann eine knappe Woche später schriftlich an, die Geräte gegen Vorkasse auch tatsächlich zu liefern. Woraufhin der Käufer inklusive Versandkosten 419,93 Euro überwies. Die er aber bald wieder auf seinem Konto vorfand. Denn inzwischen hatte das Unternehmen seinen Fehler bei der Auspreisung des Artikels festgestellt und war nicht mehr zur Auslieferung bereit.

Nach Auffassung des fränkischen Gerichts aber zu Unrecht. Denn schon lange vor dem Angebot an den Kunden, das Geschäft per Vorkasse abzuwickeln, hatte das Unternehmen seinen irrtümlichen Preis im Internet nach eigenem Bekunden wieder korrigiert. Dass die mit der Zahlungsaufforderung betrauten Mitarbeiter bis dahin von dem Fehler ihrer für die Internet-Seite verantwortlichen Kollegen noch nichts wussten, sei nicht dem Kunden anzulasten. Indem er das Geld in der geforderten Weise überwies, war ein gültiger Kaufvertrag zustande gekommen. Und dem müsse das Versandunternehmen vertragsgetreu nachkommen.

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