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Tödlicher Hundebiss

Stand: 21.01.2009

Stand: 21.01.2009 SE

Nürnberg (D-AH) - Einmal ist mitunter noch keinmal: Ein einziger Bissvorfall reicht nicht immer aus, einen Hund endgültig als arg bissiges und für seine Umwelt gefährliches Tier einzustufen. Allerdings muss sich der auffällig gewordene Vierbeiner danach einem Wesenstest unterziehen. Das hat das Hamburgische Oberverwaltungsgericht entschieden (Az. 4 Bs 149/08).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, hatte der Hund einer Frau einen heftigen Zweikampf mit einem unangeleint über ihn herfallenden Artgenossen auszustehen. Letzterer musste wegen der dabei erlittenen Verletzungen eingeschläfert werden. Der Besitzer des unterlegenen Tieres behauptete nun, der Hund der Frau habe sich nicht nur, was das Gesetz zulässt, artgerecht gegen den Angriff gewehrt, sondern sich vielemehr in Tötungsabsicht regelrecht in seinen zwar angreifenden Dackel verbissen. Weshalb die bisher verkannte Bestie nunmehr als gefährlich einzustufen und von Amts wegen entsprechend sicherzustellen sei.

Dem widersetzte sich die Hundehalterin ihres bis dahin nie auffällig gewordenen Lieblings. Und erhielt dabei die Unterstützung der Hanseatischen Oberverwaltungsrichter. Eine Einordnung als gefährlicher Hund würde das Tier nämlich einem der vier im Gesetz genannten Kategoriehunden gleichstellen und in der Regel dazu führen, dass die Halterin ihren Hund sogleich abzugeben hätte - unabhängig von etwaigen Bindungen.

Dagegen fehlt es den Richtern bisher noch an sicheren Feststellungen dazu, wie sich der Beißvorfall tatsächlich abgespielt hat und ob die schweren Verletzungen des Dackels zweifelsfrei auf ein übersteigertes Aggressionsverhalten des Hundes der Frau zurückzuführen sind. Das private Interesse der Hundehalterin, ihr Tier behalten zu dürfen, überwiege aber das öffentliche Interesse an der sofortigen Vollziehung der Sicherstellungsanordnung - zumindest für die Dauer des in seinem Ausgang immer noch offenen Widerspruchsverfahrens.

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