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Von der Polizei beschlagnahmte Kosmetik

Stand: 11.07.2008

Stand: 11.07.2008 SE

Nürnberg (D-AH) - Stoßen Polizeibeamte bei der Hausdurchsuchung in einer Wohnung auf Unmengen originalverpackter Kosmetika gleicher Ausführung, so liegt der Verdacht nahe, dass es sich dabei um Diebesgut handelt. Die Ermittler sind verpflichtet, die verdächtigen Fundsachen zu beschlagnahmen. Und sie dürfen sie zu Recht in behördlichem Gewahrsam behalten, wenn die damit ertappte Besitzerin nicht nachweisen kann, dass sie deren Eigentümerin ist. Das hat das Verwaltungsgericht Koblenz entschieden (Az. 5 K 1802/07.KO).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline betont, spreche in der Regel zwar zu Gunsten des Besitzers einer Sache die Vermutung, dass er auch deren Eigentümer ist. Doch in diesem Fall entdeckten die Polizisten in der Wohnung der betroffenen Frau unter anderem 51 Lippenstifte und 44 Nagellackfläschchen - alle in noch verschlossenen Originalverpackungen. Der Wert der aufgefundenen Artikel lag bei ca. 1.800 Euro, was im offensichtlichen Widerspruch zur allgemeinen finanziellen Misere der Bewohnerin der durchsuchten Räume stand. Da die Frau weder Kassenbons vorweisen noch den rechtmäßigen Erwerb anderweitig nachweisen konnte, lehnte es das Polizeipräsidium Koblenz auch nach der Beschlagnahme ab, die Kosmetika auf Antrag der damit ertappten Besitzerin wieder herauszurücken.

Zu Recht, entschieden die Verwaltungsrichter. Die weitere behördliche Sicherstellung der Kosmetikartikel dient dem Schutz des eigentlichen Eigentümers, dem im Zweifelsfall stets ein höherer Wert beizumessen ist als einem anscheinlichen Besitzer. Die Unmenge der Kosmetika und ihre nicht zu klärende Herkunft sprechen aber dagegen, dass es sich - wie normalerweise - bei der Besitzerin auch um die Eigentümerin handelt.

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