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Zubringer-Zugverspätung

Stand: 30.06.2008

Stand: 30.06.2008 SE

Nürnberg (D-AH) - Erreicht ein Urlauber, der mit einer speziellen Zubringer-Fahrkarte unterwegs ist, wegen einer Zugverspätung nicht mehr seinen Flieger, dann ist es nicht die Bahn, die für den Schaden aufkommen muss. Vielmehr sind alle Ansprüche an den Reisveranstalter zu richten, der die Pauschalreise samt Bahn- und Flugtickets verkauft hat. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Erfurt hervor (Az. 5 C 36/07).

Laut telefonischer Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline ist in einem solchen Fall der Bahnbetreiber lediglich Erfüllungsgehilfe des Veranstalters. Das sei zweifelsfrei schon daran zu erkennen, dass die hier zum Einsatz kommenden rail & fly-Tickets gar nicht nachträglich als Einzelleistung vom Kunden selbst bei der Bahn erworben werden können. Vielmehr liegt dieser Art des Transfers zum Flughafen ein zwischen den Luftfahrtgesellschaften und der Deutschen Bahn AG geschlossenes Sonder-Abkommen zugrunde, auf dessen Grundlage die Reiseveranstalter die Zugbeförderung zum Flughafen erheblich günstiger als eine normale Bahnfahrt anbieten können - aber eben nur im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Buchung eines Fluges.

Gehört der anschließende Flug - beispielsweise in einem Pauschalpaket - zum Reisevertrag des Veranstalters, ist dieser und niemand anderes verpflichtet, die Gesamtheit der Reiseleistungen zu erbringen bzw. dafür einzustehen. Einzige Voraussetzung: Es handelt sich um mindestens zwei verschiedene, miteinander verbundene und typische Reiseleistungen, von denen keine von völlig untergeordneter Bedeutung ist. Das träfe im vorliegenden Fall zu. Zumal die Rechnung an den Urlauber unter Bezugnahme auf den am Ende aufgeführten Gesamtbetrag mit dem Verwendungszweck Pauschalreise überschrieben war, woran zweifelsfrei der Charakter einer Gesamtreiseleistung zu erkennen ist.

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