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Brille im Krankenhaus

Stand: 09.04.2008

Stand: 09.04.2008 SE

Nürnberg (D-AH) - Geht nach der Operation eines Patienten durch sein eigenmächtiges Verhalten seine Brille zu Bruch, dann haftet dafür nicht das Personal des Krankenhauses. Das hat in einem rechtskräftigen Urteil das Landgericht München entschieden (Az. 31 S 9676/07).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, hatte sich der betroffene Mann einer Darmspiegelung unterzogen. Nach dem Aufwachen aus der Vollnarkose setzte ihm die Operationsschwester, wie für den Rücktransport ins Krankenzimmer üblich, die Brille wieder auf. Obwohl die Schwester ihn gebeten hatte, vorerst liegen zu bleiben, stand er doch alleine auf. Dabei fiel ihm seine Brille zu Boden, und zu allem Pech trat er auch noch darauf. Den Schaden wollte der Mann jetzt von der Klinik ersetzt haben. Die Krankenschwester hätte ihm die Brille fahrlässig zu früh aufgesetzt, denn schließlich sei er zu diesem Zeitpunkt noch von der Narkose benommen gewesen.

Dem widersprachen die Richter. Laut dem bayerischen Urteil habe eine Operationsschwester im Krankenhaus zwar die Fürsorgepflicht, alles zu vermeiden, dass ein ihr anvertraute Patient Schäden an seinem Eigentum erleidet. Doch im konkreten Fall habe sie nicht damit rechnen müssen, dass der Patient entgegen dem üblichen Verhalten nach einer Operation und ihrer ausdrücklichen Anweisung einfach aufstehen würde. Somit kann ihr auch kein fahrlässiges Verhalten angelastet werden.

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