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Unfallzeuge muss benannt werden

Stand: 04.03.2008

Stand: 04.03.2008 SE

Nürnberg (D-AH) - Wer den ihm bekannten Namen des Zeugen eines Unfalls bewusst verschweigt, riskiert damit alle Leistungen der Versicherung und muss für den Schaden selbst aufkommen. Darauf weist die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline im Zusammenhang mit einem Urteil des Brandenburgischen Oberlandesgerichts (Az. 12 U 243/06) hin.

In dem Fall war einem Autofahrer ein Reh vor den Pkw gesprungen. Er war dabei ins Schleudern geraten und mit dem hinteren rechten Kotflügel gegen die Leitplanke gestoßen. In der Schadensmeldung für die Versicherung kreuzte seine Frau als Fahrzeughalterin auf die entsprechende Frage im Formular an, dass es keinen Zeugen des Geschehens gäbe. Selbst nachdem ihr Mann in einem per Gesprächsnotiz dokumentierten Telefonat mit der Versicherung eingeräumt hatte, ein damals hinter ihm fahrender Kollege hätte möglicherweise Einzelheiten der Kollision beobachtet, blieb die schweigsame Autobesitzerin stur bei ihrer Darstellung. Das sei alles nur eine dumme Vermutung ihres Gatten. Sie habe in einem eigens mit dem Fahrer des nachfolgenden Wagens geführten Gespräch festgestellt, dass er gar keine konkreten Angaben zum Unfallhergang machen könne. Deswegen käme er für sie als Zeuge nicht in Frage.

Damit sah sich die Versicherung allerdings bewusst hintergangen. Zumal in einem späteren Gutachten des Kfz-Sachverständigen keine Spuren des noch im Polizei-Protokoll bestätigten Wildunfalls mehr feststellbar waren. Nach Auffassung der märkischen Richter hat die Autohalterin unbestreitbar gegen ihre gesetzlich vorgeschriebene Aufklärungsobliegenheit verstoßen, indem sie trotz ausdrücklicher Nachfrage den Zeugen nicht namentlich benennen wollte. Damit habe sie auch jeden Anspruch auf Zahlungen seitens der vorsätzlich im Unklaren gelassenen Versicherung verspielt.

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