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Nachbar haftet nicht für Schäden durch umgestürzte Fichten

Stand: 12.02.2008

Stand: 12.02.2008 SE

Nürnberg (D-AH) - Der Besitzer eines Grundstücks hat die Bäume auf seinem Anwesen normalerweise nur jedes Jahr einmal auf ihre Standfestigkeit überprüfen zu lassen. Werden sie dabei für gesund befunden und fallen dann doch um und richten beim Nachbarn Schaden an, muss dieser selbst dafür aufkommen. Anders als von der für die Straßenverkehrssicherung verantwortlichen Kommune könne von einem privaten Grundstückseigentümer nicht eine zweimalige Überprüfung pro Jahr verlangt werden. Das hat das Brandenburgische Oberlandesgericht (Az. 5 U 174/06) im Falle zweier privater Fichten entschieden, die bei ihrem Sturz einen nachbarlichen Pkw und das dazu gehörende Carpot erheblich beschädigten.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, waren die beiden bei einem Sturm umgeknickten Bäume elf Monate zuvor von der Baumschutzbeauftragten des Landkreises untersucht worden. Die zwei in die Jahre gekommenen Exemplare hätten wohl keinen besonders hübschen Anblick mehr geboten, aber es seien weder Risse noch Fäulnis wahrzunehmen gewesen. Zwar erteilte die seit 16 Jahren in diesem Beruf tätige und als ausgesprochen erfahren geltende Expertin nach der Sichtkontrolle eine Fällgenehmigung für die Bäume. Doch dies sei allein aus ästhetischen Gründen geschehen - und nicht, weil Zweifel an der Standsicherheit der Bäume aufgetreten wären.

Dass der Eigentümer die Sache auf sich beruhen ließ und sich nicht weiter um die Beseitigung der unschönen Bäume kümmerte, sei in diesem Fall jedoch keine Verletzung seiner Verkehrssicherungspflichten, entschied das Gericht. Die Expertin hatte alle vier Bäume an der Grundstücksgrenze des Nachbarn einer Untersuchung unterzogen und an keinem Baum Anzeichen für eine nicht mehr hinreichende Standsicherheit entdeckt. Weil also jegliche Verdachtsmomente fehlten, musste der Grundstücksbesitzer auch keine weiteren Untersuchungen in Auftrag geben. Die Kontrolldichte sei nach Auffassung der Richter ausreichend gewesen - trotz des dann doch eingetretenen Malheurs. Hinterher ist man immer schlauer, sagt die Rechtsanwältin.

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