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Mobbing unter Ärzten

Stand: 08.02.2008

Stand: 08.02.2008 SE

Nürnberg (D-AH) - Ein Oberarzt, den der Chef seiner Abteilung mobbt, hat Anspruch auf Schmerzensgeld. Allerdings muss ihm seine Klinik keinen gleichwertigen Arbeitsplatz ohne Weisungsbefungnis des bisherigen Vorgesetzten anbieten, wenn es eine solche Stelle im Krankenhaus nicht gibt, berichtet die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline . Die Entlassung des misslichen Chefarztes kann er dazu nicht verlangen, hat das Bundesarbeitsgericht entschieden (Az. 8 AZR 593/06).

Ein Neurochirurg war als Erster Oberarzt und schließlich als kommissarischer Leiter seiner Abteilung tätig. Bei der Besetzung der Chefarzt-Stelle wurde dann aber ein Bewerber von außerhalb bevorzugt. Seither fühlte sich der Mediziner von seinem ungewünschten Chef gemobbt. Der Vorgesetzte aus der Fremde würde permanent seine fachliche Qualifikation herabgewürdigen, empfand er. Ein von der Klinkleitung in die Wege geleitetes Konfliktlösungsverfahren führte auch nicht zum Erfolg. Der Mann wurde wegen seiner psychischen Erkrankung arbeitsunfähig.

Nun verlangte er zumindest einen anderen Arbeitsplatz, wo er den Weisungen des Chefarztes der Neurochirurgie nicht mehr unterliege - am besten aber dessen Entlassung als Ursache des Übels überhaupt. Das allerdings erfolglos. Dafür bekam er von den Bundesarbeitsrichtern ein Schmerzensgeld zugesprochen. Das Landesarbeitsgericht hatte nämlich festgestellt, dass der Chefarzt tatsächlich mobbingtypische Verhaltensweisen gezeigt habe, die sowohl den zwischenmenschlichen Umgang als auch die Respektierung der Position des Klägers als Erster Oberarzt betroffen hätten. Der Vorgesetzte habe die psychische Erkrankung des Untergebenen schuldhaft herbeigeführt, und für den Schmerzensgeldanspruch habe die Klinikleitung einzustehen, da der Chefarzt rechtlich gesehen ihr Erfüllungsgehilfe sei.

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