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Rundungsfehler bei der Gehaltsabrechnung

Stand: 22.01.2008

Stand: 22.01.2008 SE

Nürnberg (D-AH) - Sieht ein Tarif vor, dass für die Vergütung der Arbeitsleistung innerhalb einer Rufbereitschaft jede angefangene Stunde auf eine volle Stunde gerundet wird, bezieht sich diese Regelung bereits auf jeden einzelnen Arbeitseinsatz und nicht erst auf die tägliche oder monatliche Endsumme der Arbeitsstunden. Mit dieser Entscheidung hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz (Az. 11 Sa 57/07) die summarische Auslegung der Vertragspassage durch eine Klinikleitung jetzt für falsch erklärt.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, legte das Personalmanagement des Krankenhauses den Passus im Tarifvertrag so aus, dass die Rundung erst vorzunehmen sei, nachdem alle vom Angestellten geltend gemachten Stunden addiert worden waren. Die eigentlich anzurechnenden Fehlbeträge für die Bereitschafts-Mitarbeiter summierten sich dabei auf erkleckliche Stunden, die dadurch aus der Vergütung rausfielen und den angespannten Etat des Krankenhauses entlasteten.

Doch das Klinikmanagement hat seine trickreiche Rechnung ohne die Mainzer Richter gemacht. Wenn nämlich vor der Rundung zunächst sämtliche Einsätze innerhalb einer Rufbereitschaft addiert werden müssten, wäre das Wörtchen jede in der Formulierung jede angefangene Stunde überflüssig den feinsinnigen Urteilsspruch. Die Auslegung der Krankenhausleitung sei insofern absurd. Den Krankenhausmitarbeitern stehe selbstverständlich auch eine nachträgliche Vergütung aller wegaddierten Vergütungsstunden zu.

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