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Kündigungspläne müssen Leiharbeiter-Stellen berücksichtigen


Nürnberg (D-AH) - Will ein Arbeitgeber seinem Stammpersonal betriebsbedingt kündigen, muss er zunächst die Stellen der im Unternehmen beschäftigten Leiharbeiter berücksichtigen. Selbst wenn die geborgten Arbeitskräfte in der Regel nur vorrübergehende und sporadisch bei Ausfällen der eigenen Mitarbeiter angefordert werden, muss der Unternehmer zumindest nachweisen, dass zum Zeitpunkt der Entlassungen kein weiterer Leiheinsatz vorgesehen war. Das hat das Landesarbeitsgericht Hamm entschieden (Az. 11 Sa 1338/06).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, arbeitete eine Näherin seit vielen Jahren in der Vliesabteilung ihrer Firma. Jetzt aber wurde der Unternehmensführung nach eigenem Bekunden die eigene Näherei zu teuer und sie vergab diese Aufträge an eine Fremdfirma. Mit der Folge, dass der Frau und fünf ihrer Kolleginnen, für die nunmehr in der Firma nichts mehr zu tun war, gekündigt wurde. Obwohl das gesamte Unternehmen wie schon zuvor und auch nach den Kündigungen immer wieder Leiharbeiterinnen beschäftigte - sogar in der von den Entlassungen betroffenen Abteilung.

Damit jedoch sind die betriebsbedingt ausgesprochenen Kündigungen nach Auffassung des Hammer Gerichts nicht hinreichend gerechtfertigt. Das Management hätte zunächst versuchen müssen, die Entlassungen durch die gezielte Verringerung der Leiharbeit im Betrieb zu vermeiden. Den Richtern fehlte im konkreten Fall der exakte Nachweis, dass die von den auswärtigen Arbeitskräften zwar nur kurzfristig zur Überbrückung von Krankheits- und Fehlzeiten eingenommenen Stellen nicht auch den eigenen Entlassungskandidaten hätten angeboten werden können.

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