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ICE-Sprinterzuschlag nicht bezahlt - 900 Euro Strafe


Nürnberg (D-AH) - Nur der darf ungestraft mit der Deutschen Bahn reisen, der neben einer gültigen Strecken-Fahrkarte auch alle Zuschläge für den benutzten Zug entrichtet hat. Weigert er sich, bei der Kontrolle unterwegs den verlangten Zuschlag nachzuzahlen, kann er zu Recht an der Weiterfahrt gehindert werden - notfalls mit Polizeigewalt. Das hat das Amtsgericht Essen (Az. 40 Ds 27 Js 557/06 -657/06) im Falle eines arbeitslosen Vaters von fünf Kindern entschieden, der nur unter Einsatz von mehreren Beamten aus einem ICE gezerrt werden konnte, nachdem der Zugchef ihn dort zwar mit einem zuvor am Schalter gelöstem Ticket, aber ohne den notwendigen 10-Euro-Zuschlag für den Sprinter erwischt hatte.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, gab der derzeit von Hartz IV lebende Sozialpädagoge an, von dem Zuschlag nichts gewusst zu haben. Obwohl der Schaffner ihm kulanterweise anbot, statt der im Zug üblichen 12 Euro sogar nur 10 Euro wie auf dem Bahnhof nachzuzahlen, verweigerte er sowohl das Geld als auch die Angabe seiner Personalien. Die daraufhin am nächsten Bahnhof gerufene Polizeistreife konnte ihn nur unter größten Kraftanstrengungen und mit Hilfe weiterer Verstärkung zur Tür des Zuges bringen. Dabei prallte eine Beamtin gegen den Gang und verletzte sich an der Schulter.

Zweiffellos Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung die juristische Sachlage. Das sah das Essener Amtsgericht ebenso und verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen mit je 10 Euro - damit hätten die Fahrgäste eines ganzen Waggons ohne ICE-Zuschlag fahren können.

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