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Mit Pferden ist auf einer Autobahn ist nicht zu rechnen


Nürnberg (D-AH) - Laufen zwei Pferde auf die Autobahn und stößt dort ein Fahrzeug mit ihnen zusammen, so haften vor allem die Tierhalter für den Schaden. Der Autofahrer, der den Wagen nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen konnte, muss sich selbst wegen unangemessener Geschwindigkeit nur ein sehr geringes Mitverschulden anrechnen lassen.
Das hat in einem Urteil (Az. 4 O 361/06) das Landgericht Verden entschieden.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, geschah das Unglück auf der A 27. Mitten in der Nacht waren die beiden Pferde aus ihrer 1,5 km von der
Straße entfernten Weide ausgebrochen und rannten vor einen mit 180 Stundenkilometern heranbrausenden Kleintransporter, der bei der vergeblichen Notbremsung ins Schleudern geriet und sich mehrfach überschlug. Laut polizeilichen Ermittlungen war das Fahrzeug überladen gewesen und der Mann hinter dem Steuer, der beim Unfall übrigens ums
Leben kam, hatte offensichtlich gegen das Gebot des Fahrens auf Sicht verstoßen.

Trotzdem verurteilte das Gericht die Pferdebesitzer, dem Halter des Mini-Lkws den Hauptteil am Schaden in einer Gesamthöhe von 13.673,73 Euro zu zahlen. Die Verteilung der Kosten im Verhältnis von 20:80 zu Lasten der Tierhalter ergibt sich daraus, dass für den Unfall die
sogenannte Tiergefahr entscheidend war. Ein Autofahrer müsse grundsätzlich nicht mit Tieren auf einer Autobahn rechnen. Demgegenüber stelle sich das Verschulden des
Fahrers, der auf der Autobahn nicht auf Sicht und möglicherweise mit einer Überladung fuhr, als wesentlich geringer dar.

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