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Krankentransport haftet voll für den Sturz einer Rollstuhlfahrerin


Nürnberg (D-AH) - Ob im Rollstuhl oder hinter dem Steuer eines Autos - bei der Fortbewegung mit dem jeweiligen Gefährt gilt in beiden Fällen die Anschnall-Pflicht. Während der Kraftfahrer allerdings selbst darauf zu achten hat, dass er ordnungsgemäß angeschnallt ist, kann das von einem hilfsbedürftigen Patienten beim Krankentransport nicht verlangt werden.

Das hat das Landgericht Coburg (Az. 13 O 757/06) im Fall einer Rollstuhlfahrerin entschieden, die von einem Behinderten-Fahrdienst zum Arzt gebracht wurde und auf dem Rückweg zum Krankenwagen aus ihrem Stuhl rutschte und sich dabei das Schienbein brach.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, war der Fahrer des Krankenwagens, der zuvor vergessen hatte, die gebrechliche Frau anzuschnallen, dann noch mit den Vorderrädern des Stuhls heftig gegen die Bordsteinkante gestoßen, wodurch es zum dem tragischen Sturz kam.

Das Transportunternehmen gestand ein Fehlverhalten seines Mitarbeiters ein, wollte aber nicht den vollen Betrag des von der Frau geforderten Schmerzensgeldes und Schadensersatzes in Höhe von ca. 10.000 Euro bezahlen. Der Verletzten sei nämlich eine Mitschuld an dem Missgeschick anzurechnen, weil sie nicht auf den offenen Sicherungsgurt hingewiesen habe. Dem widersprachen jedoch die Coburger Richter.

Indem er erst den Gurt nicht schloss und dann sogar die Bordsteinkante übersah, hat der Krankenfahrer gleich doppelt fahrlässig gehandelt. Es sei jedenfalls nicht Sache der hilfsbedürftigen Patientin gewesen, dem professionellen Krankentransporteur noch Anleitungen für sein Vorgehen zu geben.

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