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Beim Internet-Roulette unter falscher Adresse angemeldet


Nürnberg (D-AH) - Wer sich beim Online-Roulette mit falschen Angaben zur Person anmeldet, um so eine vorgeschriebene Beschränkung der Teilnahmebedingungen zu umgehen, hat trotzdem für seine verlorenen Einsätze geradezustehen. Das hat im Fall einer Internet-Spielbank mit Sitz in Wiesbaden das Landgericht Koblenz entschieden (Az. 6 S 342/06).

Der mit dem Spielbetreiber geschlossene Online-Vertrag kann nicht seitens des Spielers für unwirksam erklärt werden, weil er sich den Zugang zum Spiel unrechtmäßig erschlichen hat.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, schrieb die behördliche Erlaubnis für die legale virtuelle Spielbank vor, den Wohnsitz oder Aufenthaltsort der Spieler während der Teilnahme auf das Land Hessen zu beschränken. Ein Koblenzer, der als Rheinländer also gar nicht hätte mitspielen können, meldete sich kurzerhand unter der Hessischen Adresse und Telefonnummer einer Freundin an. Binnen sechs Stunden überwies er mittels eigener Kreditkarte insgesamt 4.000 Euro, die er dann einschließlich zwischenzeitlicher Gewinne in exakt 186 Einsätzen total verspielte. Als die Spielbank später das Geld einzog, ließ er es durch das Kreditkarten-Unternehmen einfach zurückbuchen. Sein Spiel wäre ja von Anfang an ungesetzlich gewesen und der Verlust damit hinfällig.

Das sahen die Koblenzer Richter anders. Der bei der Anmeldung geschlossene Rahmenvertrag und die einzelnen Spielverträge sind nicht wegen eines Verstoßes gegen ein gesetzliches Verbot unwirksam. Und insbesondere lag kein verbotenes Glücksspiel vor, weil es ja eine staatliche Erlaubnis gab.

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