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Verunglimpfungen von Angehörigen im Internet sind nicht erlaubt


Nürnberg (D-AH) - Eine Homepage im Internet ist kein rechtsfreier Raum, wo zerstrittene Familienangehörige vor aller Welt ihre schmutzige Wäsche waschen und sich nach Lust und Laune ungestraft beschimpfen können. Das hat das Landgericht Heilbronn (Az. 6 O 55/07 Hg) entschieden.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, geht damit eine bizarre gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem heute 87-jährigen Erfinder der legendären Fischer-Dübel und seiner Tochter Fischer-Weber in die zweite Runde. Die Frau hatte gegen den folgenschweren Erbvertrag geklagt, mit dem sie sich zu Unrecht aus dem Millionen-Geschäft von Vater und Sohn gedrängt fühlte. Nachdem ihre Klage erfolglos war, stellte sie den juristischen Briefwechsel ins Internet - garniert mit Karikaturen und eigenen Texten, in denen sie ihren Vater als Hai, Schwein und Wolf darstellte und den Bruder zusätzlich noch als Idioten, dessen fremdgehende Ehefrau ihn in seiner Abwesenheit Hörner aufsetze.

Diese ungezügelten Internet-Auslassungen hat das Gericht in dem Urteil jetzt untersagt. Abgesehen von den offensichtlich beleidigenden Äußerungen, die aus juristischer Sicht eine Demütigung von Vater und Bruder und damit unzulässig sind, habe die Tochter auch kein berechtigtes Interesse an deren Verbreitung nachweisen können. so die Heilbronner Entscheidung. Verunglimpfungen von Angehörigen seien auch im Internet nicht straflos erlaubt. Und es fehle hier darüber hinaus ein besonderes Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit, da es sich um bereits länger zurückliegende innerfamiliäre Vorgänge handelt.

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