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Deutscher Reiseveranstalter haftet für Zusatz-Ausflug vor Ort


Nürnberg (D-AH) - Den Mund zu voll genommen: Wirbt ein Reiseleiter in der an Ort und Stelle ausgehändigten Begrüßungsmappe großspurig damit, nur bei ihm sei eine bestimmte Extraleistung zu buchen, dann hat sein Reiseunternehmen voll für alle Schäden zu haften, die damit im Zusammenhang stehen. Der Hinweis irgendwo im Kleingedruckten, man sei nur Vermittler der Zusatzangebote, für deren Organisation und Durchführung trage aber die örtliche Agentur die Verantwortung, ist dabei ohne Bedeutung. Das hat im Fall eines Busunglücks auf einer Ferienreise in Ägypten der Bundesgerichtshof entschieden (Az. X ZR 61/06).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, hatten drei Deutsche eine Pauschalreise in den Badeort Hurghada gebucht. Der dortige Reiseleiter bot ihnen unter dem Kopfbogen des Urlaubsveranstalters einen als Exklusiv-Leistung deklarierten Ausflug nach Kairo an, der gesondert bezahlt werden musste. Auf der Rückfahrt raste der Reisebus mit überhöhter Geschwindigkeit und ungenügender Beleuchtung gegen einen stehenden Lkw, wobei der Busfahrer getötet und ein Teil der Ausflügler verletzt wurden. Der deutsche Reiseveranstalter soll nun für Schmerzensgeld und die entgangenen Urlaubsfreuden aufkommen sowie das Geld für den Ausflug zurückzahlen.

Normalerweise haftet ein Veranstalter von Pauschalreisen nicht für wahlweise und gesondert vor Ort zu buchende Tagesauflüge, die von ihm ausdrücklich nur als Fremdleistung vermittelt werden. Preist dies jedoch der lokale Reiseleiter als eigene Leistung an, kann der Urlauber darauf vertrauen und später zu Recht das heimische Reiseunternehmen zur Kasse bitten.

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