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Urlaubs-Unfall anerkannt - trotz verspäteter Meldung


Nürnberg (D-AH) - Wer sich während einer Pauschalreise verletzt, muss dies seinem Urlaubsveranstalter binnen eines Monats mitteilen - sonst verliert er endgültig jeglichen mögliche Anspruch auf Kostenersatz. Allerdings nur, wenn das Reiseunternehmen ihn bei der Buchung ausdrücklich auf diese 1-monatige Ausschließungsfrist hingewiesen hat. Das hat in einem Urteil (Az. X ZR 87/06) der Bundesgerichtshof entschieden.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, darf jetzt eine Urlauberin auf die Erstattung der Behandlungskosten hoffen, die einen Reiseunfall erst ein dreiviertel Jahr später dem Veranstalter gemeldet hat.
Zu dem Malheur kam es bei einer Abendshow im Ferienclub, als der Animateur die Wette anbot, niemand der Mitspieler würde es schaffen, innerhalb von zwei Minuten 60 verschiedene Schuhe einzusammeln. Daraufhin warfen die Zuschauer ihre Fußbekleidung auf die Bühne - und ein Schuh mit besonders hohem und spitzen Absatz traf just die in der ersten Reihe sitzende Frau am Hinterkopf. Ihr Hausarzt attestierte nach der Rückkehr zwar eine Gehirnerschütterung, doch erst Monate später machten sich Kopfschmerzattacken und dann sogar Sprach- und Koordinationsstörungen bemerkbar. Aus Angst vor einer bleibenden Epilepsie meldete sich die Urlauberin jetzt bei ihrem Reiseveranstalter. Doch der verwies auf die längst abgelaufene Frist.

Zu Unrecht, urteilten die Karlsruher Richter. Die Ausschlussfrist stellt ein Privileg des Reiseveranstalters dar, das ihm eine im übrigen Zivilrecht weitgehend unbekannte Möglichkeit eröffnet. Klärt er den Reisenden aber nicht schon bei der Buchung über diese Frist auf, könne das später nicht zu dessen Lasten gehen. Ein im Reisebüro ausgelegter Katalog mit dem Hinweis auf die Frist reiche dafür nicht aus.

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