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Passivrauchen ist ein schwerwiegender Kündigungsgrund


Nürnberg (D-AH) - Unternimmt eine Firma nichts, die Nichtraucher unter ihren Mitarbeitern vor der Qualmerei der anderen Kollegen zu schützen, haben diese das Recht, ihren Job zu kündigen. Ihnen steht dann sofort Arbeitslosengeld zu. Das hat das Hessische Landessozialgericht entschieden (Az. L 6 AL 24/05).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, hoben die Darmstädter Richter damit ein Urteil aus erster Instanz auf, nach dem die Arbeitsagentur berechtigt sei, in einem solchen Fall zunächst ein Sperrzeit zu verhängen.
Der 43-jährige Kläger aus Weilburg war in einem feinmechanischen Unternehmen in Wetzlar beschäftigt. In der gesamten Firma durfte mit Einverständnis des Inhabers geraucht werden. Weil der Mann aber den Rauch nicht vertrug und auch eine Intervention beim Firmenchef ohne Erfolg blieb, kündigte er kurzerhand.

Das Landessozialgericht bewertete dies als wichtigen Grund zur Aufgabe des Arbeitsverhältnisses. Passivrauchen kann auch in kleinen Dosen und in nur kurzer Zeit zu Tumoren führen. Deshalb sei der Kläger nicht verpflichtet gewesen, länger an seinem verqualmten Arbeitsplatz auszuharren. Von einer grob fahrlässigen Herbeiführung der Arbeitslosigkeit könne hier keine Rede sein - die Sperrzeit der Arbeitsagentur war also nicht rechtens.
Zu dieser Einsicht war inzwischen wohl auch Deutschlands oberste Arbeitsbehörde gelangt. Obwohl wegen der Grundsätzlichkeit des Urteils eine Revision ausdrücklich zugelassene wurde, verzichtete die Bundesagentur für Arbeit darauf, erklärt die Rechtsanwältin.

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